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Nomura über seine Kindheit und wie er zu Square kam

Geschrieben am 19. März 2014 von Pochama

Kaum jemand hat so großen Einfluss auf die „Kingdom Hearts“-Serie wie Tetsuya Nomura. Einerseits in Fankreisen fast als übermenschliches, alleskönnendes Wesen verehrt, andererseits meist der Erste, auf den geschimpft wird, wenn etwas in der Serie nicht so läuft, wie man es gerne hätte, ist über den Mann hinter dem Namen recht wenig bekannt.

Ein Interview mit der Famitsu Weekly verrät nun etwas mehr über die Person Tetsuya Nomura selbst. Dabei spricht er nicht nur über seine Kindheit, sondern auch darüber, wie er zu seiner Arbeit bei Square Enix kam. Siliconera hat die wichtigsten Passagen aus dem Interview zusammengefasst.

Während Nomura an zahlreichen Projekten von Square Enix mitgewirkt hat, betont die Famitsu, dass es wohl seine Charakterdesigns sind, die ihn am bekanntesten gemacht haben. Sie fragen ihn, ob er bereits als Kind gezeichnet hat.

„Die älteste Zeichnung (von mir), die ich noch besitze, ist ein Bild eines Löwen auf der Rückseite einer Pappkiste“, sagt Nomura. „Ich habe nach der Vorschule zu Hause oft gezeichnet. Seit damals liebe ich das Zeichnen.“

Die Famitsu fragt dann, ob das heißt, dass er als Kind nach der Schule gleich nach Hause ging.

„Nein, tatsächlich habe ich oft Baseball in den Reisfeldern gespielt, Festungen in den Feldern gebaut und bin oft an den Flüssen und am Strand Schwimmen und Fischen gegangen. Ich habe eigentlich alles das gemacht, was man in dem Alter eben so tut“, sagt Nomura und lacht.

Jetzt, da wir ein bisschen über Nomuras Kindheit wissen, fragt die Famitsu nach seinen ersten Erfahrungen mit Spielen.

„Was mir da jetzt einfällt, sind nicht Videospiele… sondern Brettspiele. Sugoroku um genau zu sein“, antwortet Nomura. „Sugoroku ist ein recht einfaches Spiel, bei dem man würfelt und möglichst schnell ins Ziel kommen muss. Es ist wirklich leicht zu verstehen. Aber so wie mein Vater es spielte, beinhaltete das Spiel mehrere Barrieren auf dem Weg und es gab eine Regel, dass diese Barrieren überquert werden mussten, um ans Ziel zu kommen.

In der Grundschule hatte ich wirklich großen Spaß daran. Ich erinnere mich, wie ich selbst welche (Sugoroku-Spielbretter) zeichnete und zusammen mit meinen Freunden damit spielte.“

Famitsu wirft ein, dass es sicher der Startpunkt seiner Karriere war, zu sehen, wie andere Spaß an etwas hatten, das er selbst gemacht hatte.

„Das war mir damals gar nicht so bewusst, aber wenn ich jetzt so darüber nachdenke, dann fing es damals an“, sagt Nomura, „Ich habe schon gesagt, dass ich auch von meinem Vater beeinflusst wurde; auch durch ihn kam ich zum Zeichnen.“

Er fährt fort: „Er selbst hatte kein großes Interesse daran (am Zeichnen), aber für mich fertigte er kleine Zeichnungen an oder half mir beim Anfertigen von Kunststücken und Handwerken. Als ich in die Mittelschule kam, war es auch mein Vater, der sagte ‚Wir befinden uns am Anfang des Computer-Zeitalters!‘ und mir dann einen Computer kaufte.“

Als nächstes fragt die Famitsu, ob es diese Zeit damals in der Mittelschule war, die ihn in die Welt der Computer eintauchen ließ.

„Ja, das war damals am Frühlingsanfang. Ich nutzte ein Buch als Referenz und begann mit dem einfachen Programmieren und machte Spiele“, erklärt Nomura. “ Ich spielte Tennis und Ping Pong auf dem Color-TV-Game (Anmerkung: eine Spielekonsole von Nintendo und Vorläufer des Famicom/NES) und habe auch viele Erinnerungen an Legends of Stararthur Planet Mephius für den PC. Ich denke, ich bin schon zu einem recht frühen Zeitpunkt zu Videospielen gekommen. Ich kaufte allerdings nie einen Famicom, als er während meiner Mittelschulzeit erschien, aber in der High School lieh ich mir dann einen aus.“

Wenn ihr euch fragt, was damals Nomuras Lieblingsspiel war, so können wir euch weiterhelfen:

„Das war Dragon Quest„, antwortet Nomura. „Ich war wirklich erstaunt und dachte: ‚Wow, solche Spiele gibt auch!‘ Damals waren die meisten Spiele so aufgebaut, dass man den Game-Over-Screen bekam, sobald man dreimal gestorben ist. Daher erstaunte es mich, dass es auch Spiele mit Geschichte gab.“

Die Famitsu fragt, ob er dadurch zur Entscheidung kam, in der Spieleindustrie zu arbeiten.

„Nein, eigentlich habe ich nicht mal daran gedacht, selbst für eine Spielefirma zu arbeiten“, sagt Nomura. „Damals wollte ich Mangaka werden und zeichnete während des Unterrichts in der High School Manga und zeigte sie in der Pause meinen Freunden.“

„Ich hab nie wirklich aufgepasst“, gesteht Nomura und lacht, als er nach dem Unterricht gefragt wird. Er fügt verschmitzt hinzu: „Mir war jedoch klar, dass es für mich unmöglich sein würde, Mangaka zu werden. Also trat ich in eine Berufsschule mit Schwerpunkt Werbung ein, um einen Beruf zu bekommen. Ich dachte, es wäre nett, wenn ich einen Job in der Werbeabteilung eines Verlegers finden würde, aber ich hatte nicht genug Anwesenheit (in der Berufsschule). Deshalb musste ich Zusatzstunden nehmen.“

Tetsuya Nomura hatte also eine sehr gewöhnliche Kindheit und Jugend. Aber wie kam er zu Square?

„Ich schaute mir Stellenanzeigen an und sah, dass Square Mitarbeiter suchte“, sagte er. „Da wurde auch eines von Yoshitaka Amanos Werken gezeigt und es erregte meine Aufmerksamkeit. Damals in der High School sagte mir mein Kunstlehrer einmal: ‚Ich denke, dir würden seine (Amanos) Werke gefallen‘, und er erzählte mir mehr über Amano.“

Famitsu antwortet, dass es ja beinahe soetwas wie ein Wink des Schicksals war, der ihn zur Firma brachte. Sie fragten ihn, ob das der Zeitpunkt war, an dem er sich dafür entschied, Spiele zu machen.

„Ich wollte einfach eine Arbeit, bei der ich etwas ‚erschaffen‘ konnte und dabei auch zeichnen kann“, erklärt er.

„Gleichzeitig wusste ich auch, dass ich allein nichts schaffen konnte. So kam ich zu der Entscheidung, Spiele zu machen. Für mich gab es von da an keine Alternativen.“

Quelle: Siliconera

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