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Cain Soles

Herzloser

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Donnerstag, 14. Februar 2019, 20:59

Das Geheimnis der Alchera

Heyho! :)

Nun, da ich in meiner Vorstellungsrunde gefragt wurde, ob ich meine geistigen Ergüsse auch mal reinstellen will, werde ich das doch jetzt einmal machen. Die Story ist von 2011, aber ich habe letztes Jahr begonnen, sie nach und nach zu remastern. Einige Kapitel habe ich seither völlig neu geschrieben, aber ein paar der alten Inhalte (die zwei Freundinnen beigesteuert haben) sind leider noch drin, ebenso wie Figuren, die ich eigentlich lieber losgeworden wäre.

Die Story beginnt mit dem Ende von Kingdom Hearts 2 und da wir hier von einem Pre-Dream Drop Distance-Kingdom Hearts sprechen, sind einige Dinge hier noch anders. Aber vielleicht gefällt es ja dem einen oder anderen.

Kapitel 1: Ein neuer Horizont

Teil 1: Das Ende

Spoiler Spoiler



Ein Donnern durchschlug die Nacht.


Finstere Gewitterwolken rahmten die fruchtbaren Ebenen von
Hyrule ein und erstickten jeden Gedanken an Hoffnung und Freiheit im Keim.
Blitze zerteilten die Nacht und ein eisiger, tosender Wind ließ die Anwesenden
in ihren dicken Panzern frieren.


Der innere Talkessel des Landes, umgeben von hohen, beinahe
unüberwindlichen Bergen, war in schwärzeste Finsternis getaucht, die mit der
Natur an sich nicht mehr viel zu tun hatte. Denn eine böse Macht hatte sich des
Landes bemächtigt.


Schweigend und dennoch bedrohlich baute sich die schwarze,
wimmelnde Wand in der Steppe auf, die in Wahrheit aus unzähligen, kleinen
Individuen bestand. Jedes von ihnen besaß ein glühendes, völlig reg- und
emotionsloses Augenpaar und starrte stur geradeaus, ihrem Ziel entgegen:


Stadt Hyrule.


Die Mauern der einst großartigen Feste wurden durch
Fackelschein erhellt und bildeten einen hellen Kontrast zu den bösen Wesen, die
aus dem Nichts gekommen waren und das Land überrollten, wie eine Plage.
Zwischen ihnen und dieser letzten Bastion des Lichts befand sich lediglich noch
die hylianische Armee, eine Versammlung aus Menschen, Zora und Goronen.


Zora, die stolzen Amphibienmenschen mit der beeindruckenden
Kopfflosse.


Goronen, gutmütige und kraftvolle Bergbewohner mit einem
Rücken aus Vulkangestein.


Beide dieser Völker hatten ihre Heimat bereits verloren und
waren in die Ebene geflohen. Würde Stadt Hyrule fallen, dann würde dieser Krieg
vorbei sein...


Die Soldaten hüllten sich in ihre Mäntel, um dem Sturm
trotzen zu können. Es war so schrecklich kalt und außer den Fackeln gab es
nichts, das die unheimliche Szenerie erhellte.


Tödliche Stille brachte die verzweifelten Männer beinahe um
den Verstand.





"Wie geht es dir?", fragte der junge Mann in der
grünen Tunika und dem braunen Lederharnisch vorsichtig und ernst.


Der Jüngling hatte hellblondes Haar und trug eine weiße
Hose, sowie braune Lederstiefel. Die Enden eines Kettenhemdes schauten unter
der Tunika hervor, ebenso wie ein weißes Hemd, das man im V-förmigen Ausschnitt
erkennen konnte.


Das linke seiner beiden spitzen Ohren wurde zudem von einem
kleinen, silbernen Ohrring geschmückt.


Das Markanteste an ihm war jedoch die riesige, grüne Mütze,
die ihm bis zwischen die Schultern reichte.


Die Person, mit der er gesprochen hatte, sah von ihren
Beobachtungen der Ferne auf und blickte ihm in seine blauen Augen.


Es handelte sich um eine junge Frau, etwa im selben Alter.
Auch sie besaß spitze Ohren und ihr goldblondes Haar fiel ihr in einem langen.
geflochtenen Zopf bis zu ihrer Hüfte hinab. Sie trug einen metallenen und doch
eleganten Plattenpanzer über ihrem dunkelblauen Kleid und in ihrer rechten Hand
schimmerte ein silberner Rapier.


"Gut, den... Umständen entsprechend", antwortete
Prinzessin Zelda und schüttelte, beinahe unmerklich, den Kopf.


Der Mann sah sie sich genau an. Er bemerkte, wie müde sie
war. Die Tage und Nächte an der Front, ständig dem Wetter ausgesetzt, das
dieser Tage einfach verrückt spielte... das war kein Leben für eine Prinzessin.
Doch Zelda weigerte sich vehement, in den sicheren Mauern ihres Palastes
auszuharren.


Der Mann seufzte.


"Ja, verständlich", murmelte er. Schon oft hatten
sie Gefahren ins Auge sehen müssen. Die Inhaftierungskriege hatten erst vor
zwei Jahren geendet und das Land im Chaos zurückgelassen. Damals war der Dämon
Ganondorf in das Land eingefallen, um die heilige Macht zu stehlen, die im
Schloss aufbewahrt wurde.


Hyrule war im Krieg geteilt gewesen, doch letztendlich
hatten sie seine Horden zurückgeschlagen und den Dämonenkönig getötet. Er,
Link, der Held der Zeit, hatte sich daraufhin einen Namen gemacht und war zum
Hauptmann der hylianischen Streitkräfte aufgestiegen.


Er, der auserwählte Held...


Doch auf das, was nun gefolgt war, hatte ihn kein Schicksal
vorbereiten können!


Vor einigen Monaten erst waren diese widerwärtigen Geschöpfe
überall in ihrem Land aufgetaucht und hatten Angst und Schrecken verbreitet.


Seither war sämtlicher Handel zum Erliegen gekommen und
ganze Dörfer von der Landkarte getilgt worden. Und nun waren nur noch sie
übrig...





"Sie kommen", verkündete die Prinzessin des Lichts
mit zitternder und doch fester Stimme und wartete, bis er an ihre Seite
geschritten war.


Tatsächlich: Dort kamen sie. Die Masse setzte sich in
Bewegung, wie eine unglaubliche Menge an dunklem, verdreckten Wasser. Die Wesen
innerhalb dieser schwarzen Flut gingen als Individuen völlig unter. Es war, als
würde man eine Naturgewalt bekämpfen müssen.


Link zog seine Waffe aus seiner Scheide am Rücken. Es
handelte sich um ein Schwert, eine silberne, doppelschneidige Klinge, in die
ein filigranes, dreieckiges Symbol eingearbeitet worden war.


Die Parierstange war saphirblau und hatte die Form zweier
ausgebreiteter Schwingen, während der Griff mit einem smaragdgrünen Band
umwickelt war.


Das legendäre Masterschwert leuchtete in der Dunkelheit hell
auf und diente als Leuchtfeuer für die demoralisierten Streitkräfte in der
Schlacht.


Es wurde Zeit! Zeit, ihr Zuhause zu verteidigen!


"Angriff!", brüllte Link laut über die Steppe,
sodass es jeder hören konnte. Sogleich wurde sein Ruf von allen Seiten
beantwortet, während sich die vorderen Reihen langsam in Bewegung setzen.


"Bogenschützen nach hinten, Lanzenträger nach vorne!
Deckt sie mit einem Pfeilhagel ein! Reiter an die Flanken!"


Näher und näher kamen sich die beiden Parteien. Das Gewusel
der schwarzen Wesen ging im Geschrei und dem Klirren der Waffen der Hylianer völlig
unter. Dennoch türmte sich die bedrohliche Masse vor ihnen auf, um ein
Vielfaches wurden sie überragt, erschienen geradezu winzig im Angesicht ihrer
Feinde.


Unendlich langsam und quälend zog sich der Weg hin, der Link
vorkam, wie ein Marsch von hunderten von Kilometern. Das Blut rauschte in
seinem Kopf und das Adrenalin bewahrte seinen Körper davor, einfach vor Angst
und Erschöpfung zusammen zu brechen.





Und dann prallten sie aufeinander.


Die beiden Armeen erreichten einander und flossen ineinander
wie Wasser. Schon befand sich der Held inmitten seiner Feinde und stach einem
der Biester geradewegs in sein Herz oder zumindest dorthin, wo bei einem
normalen Wesen das Herz war.


Doch diese schrecklichen Geschöpfe schienen gänzlich aus
purer Finsternis zu bestehen. Erschlug er eines dieser Wesen, löste es sich
schlichtweg auf und verschwand im Nichts. Aber es war egal, wohin diese Bestien
verschwanden, Hauptsache, sie taten es!


Die leuchtende Klinge zog einen Lichtschweif hinter sich
her, als Link mit ihr durch eine ganze Reihe hindurchschlug, dabei auf
keinerlei Widerstand stieß.


>>Was sind das nur für Wesen?<< fragte er
sich schockiert. Sie schienen überhaupt nicht zu existieren. Wie nur konnte so
etwas einen solchen Schaden anrichten?


Während er darüber sinnierte, erwiesen sich die Soldaten des
Landes als weitaus fähiger, als die Angreifer. Während diese finsteren Wesen
sich verhielten wie wilde Tiere, die auf Beutezug waren, agierten die Hylianer
um einiges gezielter, geplanter. Sie waren die besseren Kämpfer, doch die
Finsterlinge waren so zahlreich, dass auf jeden Hylianer hundert von ihnen
kommen mussten.


"Zelda!" schrie Link, der bemerkt hatte, dass sie
seinem Blickfeld entrückt war. "Wo steckst du? Aus dem Weg, du
Widerling!"


Die ekelhaften, schwarzen Fühler einer der gelbäugigen
Bestien hing ihm ins Gesicht, woraufhin das Monster augenblicklich seine Klinge
zu spüren bekam.


‘Wie ein Insekt!‘, kam es ihm in den Sinn und er musste den
Ekel unterdrücken. Stattdessen rief er: "Kommandant!" und sah sich
nach seiner rechten Hand um, die gerade eben noch direkt neben ihm gestanden
hatte.


"Hier, Herr!" kam es von weiter hinten, wo sich
der Angesprochene mit einer ganzen Meute prügelte, die gegen ihn einfach nicht
anzukommen schien. Wie ein Fels in der Brandung schlug der hylianische
Kraftbolzen die ankommende Flut zur Seite und hatte so vermutlich als einziger
in dieser verdammten Schlacht den Handlungsspielraum, den er brauchte.


Link war beruhigt. Zumindest der war noch, wo er hingehörte
und tat seine Arbeit. Unterdessen stürmte eine Kompanie seiner Reiter in der
Ferne die feindlichen Linien und schlug eine Bresche für die Nahkämpfer, die
kurz darauf folgten.


Das war doch alles verrückt! Wie sollten sie gegen diese
gewaltige Übermacht nur ankommen? Sie würden hier alle zugrunde gehen!


"Nein!" schrie er, als ihm plötzlich mehrere der
Angreifer auf den Rücken sprangen und mit ihren überraschend kräftigen Klauen
festhielten. Die langen, spindeldürren Finger waren einfach nicht geeignet, um
auch nur einen Apfel zu greifen, doch erbarmungslos packten sie zu und zogen
sein Kinn in die Höhe, den Arm zurück.


Während er versuchte, die beiden Gestalten abzuwimmeln,
stürmten immer mehr von ihnen seinen Körper und zogen ihn mit ihrem Gewicht zu
Boden.


Viele Hände griffen nach seinem Arm und machten es ihm
unmöglich, sein Masterschwert einzusetzen, um sich zu befreien.


"Was soll das? Loslassen, ihr dreckigen Viecher!",
schrie er wütend und schüttelte sich wild, um nicht in der Masse unterzugehen.


Doch langsam aber sicher merkte, er, wie die Luft um ihn
knapp wurde. Sie hüllten ihn in einen Kokon aus dunklen Schlingen ein, gewoben
aus ihren eigenen Körpern.


"Lasst... los... lassen...", keuchte er, als die
widerwärtigen finsteren Tentakel sich um seine Brust schnürten, auf sein
Gesicht zukrochen.


"Nein... Zelda..."


Sie krochen über seinen Mund, seine Augen...


Und dann...





Ein helles Licht blendete ihn mit einem Mal. Zuerst bloß ein
kleiner Funke, wuchs das Licht in der Dunkelheit an, bis es nach nur wenigen Augenblicken
ein Leuchtfeuer wurde, das ihm in den Augen brannte.


Doch anscheinend bereitete es nicht nur ihm Schmerzen, denn
Link spürte plötzlich, wie die Wesen von ihm abfielen, wie trockener Schlamm in
der Sonne! Schreiend zogen die Finsterlinge sich von ihm zurück und suchten
Schutz in der Masse, die einen weiten Kreis um ihn herum bildete, als ob sie
ganz plötzlich panische Angst vor ihm hätten.


Der Grund dafür lag vor ihm.


Das Masterschwert hatte sich verändert. Die lange, filigrane
Klinge mit der blauen Schwingen-Parierstange hatte sich verwandelt, zu einer
Waffe, wie Link sie noch nie gesehen hatte.


Die Flügel hatten sich nach hinten gebogen und bildeten
einen Kreis um den Griff, der sich an dessen hinterem Ende schloss.


Die Klinge war nun um einiges breiter und länger. Auf ihr
zeichnete sich eine gebogene, blitzförmige Zeichnung ab, die sich knapp unter
ihrer Spitze auf den Rand zubewegte und sich dort zu drei goldenen Zacken
spaltete, die sich seitlich vom Schwert abhoben, wie Dornen.


Zuletzt war die Klinge eingehüllt in ein Geflecht aus
goldenen und silbernen Fäden, die, einem Spinnennetz gleich und gleichzeitig
viel edler und symmetrischer beide Seiten der Klingen umgaben.


Ungläubig ergriff Link das verwandelte Masterschwert und er
betrachtete die Klinge mit großer Verblüffung und einer Spur von Angst. Wie war
das passiert? Und... hatte diese Klinge etwa Ähnlichkeit mit einem übergroßen
Schlüssel?


„Das Schlüsselschwert...“


"W-Was?", wollte er irritiert wissen und sah sich
nach dem Besitzer der Stimme um. Doch da war niemand, außer den schwarzen
Angreifern.


„Benutze das Schlüsselschwert! Es wird die Herzlosen
vernichten.“


"Herzlose?", fragte er verwirrt. "Sind das
die Herzlosen?"


„Die Herzlosen ernähren sich von Herzen! Das
Schlüsselschwert wird euch helfen! Dies ist alles ein Plan, um die Welten in
Finsternis zu stürzen!“


Link ließ sich auf keine lange Diskussion mit der
rätselhaften Stimme ein. Mit seiner neuen Waffe sprang er zurück ins Geschehen
und mit kraftvollen, schnellen Hieben schaltete er jeden Gegner in seiner
Umgebung aus. Es ging plötzlich so viel einfacher. Und die
"Herzlosen" lösten sich nicht mehr in Finsternis auf, sondern
verwandelten sich in ein glänzendes Licht, das in den Himmel davonstob, sobald
es freigekommen war.


Was nur war hier los?


„Von Waffen niedergestreckte Herzlose erscheinen an anderer
Stelle erneut! Tötest du sie mit dem Schlüsselschwert, geben sie ihr Licht frei
und es findet seinen Weg zurück.“


"Zurück? Wohin?", fragte er wütend und enthauptete
eines der Wesen.


„Kingdom Hearts. Dem Herz aller Welten. Willst du wissen,
wie du diesen Angriff stoppen kannst? Link?“


Link konnte keinen seiner Gefolgsleute ausmachen. Er konnte
den Schlachtenlärm hören, aber in der feindlichen Armee feststeckend, war er
unfähig, nach ihnen zu sehen. Sich weiter vorankämpfend antwortete er der
Stimme in seinem Kopf:


"Dann hilf mir schon! Hör auf, zu reden, sondern hilf
uns!"


„Na schön, Link. Du sollst deinen Willen haben! Komm und
hilf uns!"





Wie auf Stichwort setzte im Himmel über ihnen eine Veränderung
ein. Die finsteren Wolken, die sich über dem Land festgesetzt hatten, stoben
auseinander, als würde ein gewaltiger Wind sie hinfortblasen und gaben den
Blick auf den Himmel frei.


Der Himmel jedoch war nicht so hell, wie Link ihn in
Erinnerung hatte. Stattdessen war er pechschwarz...


Das war aber nicht das Kurioseste: Der Himmel schien massiv
zu sein!


Wie eine Zimmerdecke... über der Welt. Und aus dieser Decke
ragten unendlich viele, gigantische, schwarze Blöcke, mal länger, mal kürzer.
Sie schienen innen hohl zu sein, denn aus dem Inneren der Blöcke schienen
Lichter.


Waren das etwa... Gebäude? Wie war das möglich? Dort oben
schwebte eine Welt am Himmel!?


Aber es war noch nicht alles.


Als die, Herzlose genannten Wesen sich zurückzogen und die Armee
Hyrules freigab, erschien einige Meter vor Links Position ein Spalt.


Er wusste nicht, wie man dieses Loch sonst nennen konnte,
welches sich mitten in der Luft auftat und den Blick auf eben diese Welt, die
am Himmel schwebte, preisgab.


Offenbar tobte an diesem dunklen Ort eine Schlacht, genau
wie hier!


„Gehe hindurch, Link! Du und deine Gefolgsleute müsst euch
an dieser Schlacht beteiligen, damit wir Hyrule und alle anderen Welten
schützen können! Geht und kämpft.“


War das ein Trick?


Diese Stimme hatte ihm geholfen und ihm dieses neue Schwert
gegeben, da war er sich sicher. Es musste sich um einen Freund handeln. Doch in
diese finstere Welt zu gehen? Er fürchtete sich davor... aber hatte er eine
Wahl?


"Gabroth!", rief Link und winkte seinen Kommandanten
herbei, der völlig außer Atem war, trotz seiner großen Stärke.


"Wollen wir es versuchen?"


Der Hüne lachte und schlug seine Fäuste gegeneinander. Der
hatte sich seine Meinung längst gebildet.


"Ich dachte schon, wir verpassen den ganzen Spaß! Also
los, nicht wahr?"


"Gehen wir", pflichtete Link ihm bei und reckte
seine Waffe in die Höhe. "Angriff!"





Fortsetzung folgt...

Cain Soles

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2

Donnerstag, 14. Februar 2019, 21:02

Den zweiten Teil haue ich direkt auch mal hier rein. Damit die Story Fahrt aufnimmt. ^^
Kapitel 1: Ein neuer Horizont
Teil 2: Der Anfang

Spoiler Spoiler



Als Link den Spalt in der Luft auf der anderen Seite wieder
verließ, offenbarte sich ihm ein ebenso unglaublicher, wie erschreckender
Anblick:


Die Welt, die er am Himmel gesehen hatte, war keine
Einbildung gewesen. Sie befanden sich in den steinernen Straßen zwischen
gigantischen, schwarzen Blöcken aus Gestein und Stahl, die in aberwitzige Höhen
wuchsen.


Hinter ihm kamen nach und nach immer mehr der hylianischen
Soldaten durch das Tor aus ihrer eigenen Welt und jeder von ihnen machte Halt,
um die unheimliche Landschaft zu "bewundern".


Die Dimensionen, in denen sich diese Architektur bewegte,
waren einfach unmöglich. Wer nur konnte eine solche Stadt - Link hatte keinen
Zweifel, dass es sich um eine handelte - errichten, ohne dafür nicht mindestens
ein Millenium zu benötigen?


Kampfeslärm riss ihn aus seiner Starre und lenkte seine
Aufmerksamkeit wieder auf das Geschehen.


Sie waren nicht die einzigen hier. Die schwarzen Monster,
diese "Herzlosen" bekämpften sich hier mit Menschen. Mit vielen Menschen
und alle waren sie völlig unterschiedlich vom Aussehen und von ihrer Bewaffnung
her. Link konnte es kaum glauben, doch es musste sich um Bewohner anderer
Welten handeln.


Wie nur war das möglich? Waren sie wirklich in eine Schlacht
gestolpert, die die Grenzen seines Horizontes überwand?


Ein Knall, Schreie folgten. Am Himmel über den Gebäuden der
Stadt tauchten gigantische, fliegende Konstrukte auf, die er im Leben noch
nicht erblickt hatte. Der Held der Zeit wusste nicht, wie er die metallenen
Giganten sonst nennen sollte, die unentwegt Lichtblitze auf den Boden und auch
gegeneinander abschossen und damit Explosionen auslösten.


Kleinere der Apparate schwirrten mittlerweile näher am Boden
herum und nahmen die Herzlosen unter Beschuss. Handelte es sich bei diesen
Metallvögeln etwa gar um Verbündete?


"Hauptmann!", rief ihm Gabroth ins Gedächtnis und
lief einige Meter voraus in Richtung der Schlacht. "Wir sind zum Kämpfen
hier, richtig?"


"Richtig", pflichtete Link ihm bei und nickte
entschlossen. "Kämpfen wir! Für Hyrule!"


An seine Gefolgsleute gewandt rief er: "Helft den
Menschen gegen die Herzlosen! Tut, was immer ihr könnt! Ihr könnt es schaffen!
Wir werden siegreich nach Hyrule zurückkehren!"


Und so begann für die Soldaten Hyrules die Schlacht erneut.





Die hylianische Armee verteilte sich augenblicklich in
verschiedene Stoßtrupps, die die Straßen stürmten und sich anderen Kämpfern
anschlossen, die sich den Herzlosen entgegen stellten. Darunter waren einige
mehr als skurrile Gestalten oder Männer und Frauen mit seltsamen Kräften.


Als Link sich seinen Kämpfern anschloss, fiel ihm eine
kleine Gruppe Krieger auf, die sich über die Dächer fortbewegten. Lichtstrahlen
und Feuerbälle segelten durch die Luft und vernichteten ganze Geschwader der
Herzlosen mit einem einzigen Schlag. Der Held der Zeit hatte jedoch nicht vor,
hinter diesen rätselhaften Leuten her zu bleiben. Mit seinem neuen Schwert in
der Hand wandte er sich einer Seitengasse zu, aus der weitere der schwarzen
Monster krochen und aus dem Hinterhalt angreifen wollten.


"Kommt her, Bestien!", rief der hylianische
Hauptmann wütend und streckte ihnen die Waffe entgegen.


Das Schlüsselschwert Triforie schlitzte mit seiner neuen
Macht gesegnet durch die Feindesschwärme. Den herannahenden Klauenschlag eines
größeren Monsters hielt er mit der breiten Seite seiner Klinge auf und trat den
Angreifer hart in den Bauch, ehe auch dieser durch die drei Zacken auf dem
Schwert fiel und sich in Dunkelheit auflöste.


"Herr!", rief eine Stimme von hinten und mehrere
Soldaten kamen ihrem Anführer zu Hilfe. Dem Emblem ihrer Helme nach zu
urteilen, einem einzelnen, goldenen Dreieck über einer silbernen Klinge,
gehörten sie zur Leibwache Prinzessin Zeldas und besaßen je einen dicken Speer
mit großer Schneidespitze.


Sie kamen ihm zur Hilfe und blockierten die Gasse mit ihren
Waffen, sodass die Herzlosen nicht hindurch kamen, durch diese Wand aus
todbringenden Stacheln.


"Wo ist die Prinzessin?", fragte Link sofort und
atmete dank der Ruhepause erst einmal tief durch.


Die Männer wirkten recht verlegen, wenn auch
hochkonzentriert, sich die angreifenden Horden vom Leib zu halten.


"Die Prinzessin ist verschwunden, Herr!", rief
einer der Männer mit offener Scham.


"Was heißt hier "verschwunden"? Das ist nicht
euer Ernst, was?", entkam es Link zornig. "Es ist eure Pflicht, sie
zu beschützen!"


"Bitte, Herr! Kaum traten wir durch diesen Riss, lief
sie eilig davon und eine Feindesschar versperrte uns augenblicklich den Weg! Es
war uns überhaupt nicht möglich!"


Das übertraf seine schlimmsten Vorstellungen noch. Seine
Prinzessin war allein unterwegs an diesem fremden Ort und musste sich mit
diesen Kreaturen herumschlagen.


Ohne sich weiter um die Männer zu kümmern, die allein
zurechtzukommen schienen, lief Link die große Straße hinauf, um nach Zelda zu
suchen.


Nach ihr rufend bemerkte er nicht, wie sich ihm von oben
eine Einheit Herzloser mit Flügeln näherte! Diese Wesen waren rotbraun gefärbt
und hatten große Münder mit spitzen Zähnen, während ihre Flügel wie die von
Drachen anmuteten.


Als Link sah, was da auf ihn zu kam, war es bereits zu spät
und die Bestien streckten ihre Klauen aus, um seinem Dasein ein Ende zu machen.


"Achtung!"


Ein Knall war zu hören und Link bedeckte seine Augen mit den
Armen, als könnten diese ihn vor dem Angriff der Herzlosen schützen konnten.


Doch was auf ihn herabregnete, war nur ein feiner, schwarzer
Nebel, der sich rasch in der Atmosphäre verflüchtigte, ebenso wie die Drachen,
die durch den Angriff des unbekannten Helfers zerstört worden waren.


Link musterte den jungen Mann, der vor ihm auf dem Boden
gelandet war und selbstgefällig grinste. Es handelte sich um einen Jungen, der
mehrere Jahre jünger sein musste, als er. Der Kleine hatte blondes, spitzes und
nach allen Seiten abstehendes Haar und trug ein Stirnband mit einer
Metallplatte ganz vorn, auf der sich ein kunstvolles Symbol befand, das ihn ein
wenig an ein Blatt erinnerte.


Die Kleidung des Jungen war ein Angriff auf die Augen. Ein
grelles Orange und mehrere Blau-Elemente bildeten die Färbung der Hose und der
Jacke und Link fragte sich unwillkürlich, aus welchem verdrehten und
schrecklichen Reich das Arme Kind stammen musste, wenn er so etwas tragen
musste. Seine Füße steckten in Sandalen, was Link angesichts der Kälte an
diesem Ort schon ein wenig verwunderte.


Und dann sprach er ihn an:


"Ich würde mal aufpassen! Wir befinden uns hier im
Krieg, da kann man es sich nicht leisten, herumzutollen und nicht auf seinen
Rücken zu achten!"


"Ich werd's mir merken." brummte Link, den seine
Unaufmerksamkeit ärgerte, ebenso wie die Tatsache, von einem Jungen die diesem
gemaßregelt zu werden. Aber schließlich hatte er gerade Wichtigeres zu tun, als
sich darüber aufzuregen.


"Sag, hast du eine junge Frau gesehen?", fragte
der Held. Vielleicht hatte der Junge ja eine Ahnung, wo die Prinzessin hin war?


Dieser jedoch machte ein recht ratloses Gesicht und auch die
Schilderung ihrer Erscheinung half dem Blondschopf nicht auf die Sprünge.





"Naruto!", brüllte eine weitere Stimme, diesmal
weiblichen Ursprungs und eine weitere hinterhältige Herzlosentruppe fiel. Link,
der gerade rechtzeitig sein Schwert erhoben hatte, musste mitansehen, wie die
Wesen allesamt im Dunkel verschwanden und nur eine einzige Person zurückblieb.


Auch sie trug ein Stirnband mit demselben Zeichen, doch ihre
Kleidung wirkte nicht ganz so abstoßend wie die des Jungen.


Es handelte sich um eine junge Frau mit heller Haut und
seltsamen pinken Haaren, die zudem noch sehr kurz geschnitten waren. Beinahe
jungenhaft sah sie aus und eine solche Erscheinung kannte er von hylianischen
Frauen überhaupt nicht. Es sah so unweiblich aus, auch wenn das perfekt zu
ihrer Art zu passen schien, wie er feststellen musste.


"Sakura!", rief der Junge verblüfft (und womöglich
ein wenig eingeschüchtert?). Er kannte sie offensichtlich. Das Mädchen jedoch
schien nicht allzu erfreut über die Begegnung und hob ihre Fäuste, welche in
schwarzen Handschuhen steckten.


"Erst Vorträge halten und sich dann überrumpeln
lassen!?", warf sie ihm vor und bohrte ihm ihren linken Zeigefinger in die
Brust. "Du bist so ein Idiot, Naruto!"


Link musste zugeben, dass es dem Jungen namens Naruto ganz
recht geschah, wo er ihn zuvor noch gerügt hatte.


"Jetzt reg dich mal ab, du Verrückte, echt mal!" wehrte
sich dieser jedoch. "Ich habe gerade diesem Kerl hier weitergeholfen! Er
sucht seine Freundin! He du, beschreib sie doch mal! Äh... wie heißt du
eigentlich?"


"Link", stellte der Held der Zeit sich vor und
hatte nun auch die Aufmerksamkeit der starken Sakura inne. "Ich suche
unsere Prinzessin und Regentin! Sie ist blond und hat lange Haare und trägt
eine elegante Rüstung über ihrem weißen Kleid. Ein Bildnis aus drei goldenen
Dreiecken sollte sie schmücken."


Erkenntnis zeichnete sich auf Sakuras Gesicht ab, eine
erfreuliche Reaktion! Sie hatte sie also gesehen.


"So eine ist eben die Straße runter zum Schloss
gelaufen", bestätigte sie zu Links Freude.


"Zum Schloss?", wollte er wissen. Wo war hier ein
Schloss?


"Von hier aus nicht zu sehen. Die Gebäude versperren
die Sicht", erklärte sie geduldig. "Uhm, warte... Moment, wie können
wir sie einholen? Oh, ich habe eine Idee!" Sie machte sich sogleich auf
den Weg, während Link sich fragte, wieso sie ihn jetzt bereits wieder allein
ließ.


"Wartet hier! Ich bin gleich wieder da!"





Keine zehn Minuten dauerte es, da tauchte Sakura wieder auf
und das auf denkbar merkwürdige Weise:


Als Link das gigantische, weiße Monster heranfliegen sah,
hielt er es zunächst für einen weiteren, ungewöhnlichen Herzlosen. Allerdings
wurde dieses Tier von zwei Personen geritten, die in einem riesigen Sattel auf
dessen Rücken saßen und die Zügel hielten, die mit den Hörnern des Wesens
verbunden waren.


Als das Untier landete, erkannte Link eine große Ähnlichkeit
zu einem hylianischen Steppenbüffel. Es hatte weißes zottliges Fell, doch ein
großer, grauer Pfeil prangte auf seiner Stirn. Außerdem hatte der Büffel sechs
Beine, mal abgesehen davon, dass richtige Büffel sicher nicht fliegen
konnten...


Naruto begrüßte die beiden Reiterinnen erfreut. Eine davon
war Sakura, während die andere etwas älter erschien und gänzlich in eine blaue
Tracht gekleidet war. Ihre Haut war dunkler als die der beiden, die Link
bereits kannte und sie hatte schwarzes Haar. Zwei Strähnen hatte sie vorn zu
Affenschaukeln gebunden und ihr Haar fiel ihr bis zu ihrem Rücken herab.


"Das ist Katara", eröffnete ihm das pinkhaarige
Mädchen, woraufhin die Vorgestellte eine Hand zum Gruß hob.


"Steigt auf!", forderte sie, als Naruto dem auch
schon folgte. Link jedoch hatte großen Respekt vor dem Tier, das das Mädchen
als "Appa" vorstellte.


"Den habe ich von meinem Freund ausgeliehen",
eröffnete sie ihm, als er sich endlich in den großen Sattel geschwungen hatte.
"So und du suchst eine Freundin?"


"Könnt Ihr mich zu ihr bringen?", fragte Link
erleichtert, als sie nickte.


"Wir müssen schließlich zusammenhalten." Sie
machte lächelnd eine wegwerfende Handbewegung und gab dem Büffel den Befehl, zu
starten.


Es war so seltsam. Alles prasselte auf Link ein. Seltsame,
pinkhaarige Mädchen, fliegende Büffel und diese Herzlosen. Was war hier nur
los?


Als sie über die Dächer der gigantischen Häuser stiegen, sah
Link endlich, was Sakura vorhin mit "Schloss" gemeint hatte: Eine
gewaltige Burg, ein Bauwerk von titanischen Ausmaßen schwebte in der Ferne über
einem großen Abgrund in der Luft.


Das Gebäude war, im Gegensatz zum Rest der Stadt aus einem
kalten, weißen Material und wirkte alles in allem durch die vielen verdrehten
Türme und die großen und kleinen Winkel und drehenden Teile viel zu verwirrend
und auf seltsame Art falsch. Wo die Stadt eine unirdische Symmetrie aufwies,
schien dieses Schloss keinerlei erkennbare Muster zu besitzen.


Mehrere schwebende Ringe rotierten um die unteren Ebenen des
Schlosses. Link vermutete, dass diese Vorrichtungen das Bauwerk in der Luft
hielten. Dorthin war Zelda also unterwegs. Aber wieso? Wusste sie etwa mehr,
als er? Was hatte sie nur geritten? Er musste es herausfinden. Er musste
herausfinden, was hier los war!


Aber dazu hatten sie ja nun genug Zeit, denn der Flug zu dem
Schloss würde noch eine Weile dauern, wie er vermutete.


"Nun", begann er sein kleines Verhör. "Ihr
wisst doch sicher, was hier so vor sich geht, was? Wieso greifen diese...
Herzlosen... unser Reich an? Was ist der Grund dafür?"


"Ihr seid noch nie von jemandem aus anderen Welten
besucht worden?", fragte Katara verblüfft. "Das wundert mich jetzt
aber."


„Dabei kommt der Freak doch sonst überall rum“, kommentierte
der Ninja namens Naruto kryptisch, erklärte jedoch nicht, wen er mit „der
Freak“ gemeint hatte. Sakura übernahm das Wort mit nachdenklicher Miene, indem
sie erklärte:


"Dort draußen sind mehr Welten, als wir zählen können.
Kann schon sein, dass die Herzlosen sich auch an ihm unbekannten
vergreifen."


"Link, du musst wissen, dass wir in diesem Kreuzzug
schon seit einigen Monaten kämpfen. Die Herzlosen führen ihre Invasion bereits
seit Ewigkeiten durch."


"Und ihr kämpft gegen sie?", fragte Link weiter.
"Welche Macht kann denn bitte die Bewohner so vieler Welten gegen diese
Monster vereinen?"


"Wie lang hast du Zeit?", lachte Naruto. „Ich weiß
gar nicht, wo wir anfangen sollen."


"So scheint es."


"Im Grunde müssen wir da etwas weiter ausholen",
erklärte Katara. "Mit der Organisation XIII."


"Organisation XIII?", wiederholte er verwirrt.
"Also gleich eine ganze Bande? Wer oder was sind die Mitglieder dieser
Organisation? Und was ist ihr Ziel?"


"Nun, sie verfolgen den Plan", wollte Sakura erläutern,
als ein lautes Kreischen sie ablenkte und ihren Blick nach oben lenkte.


„Schon wieder Herzlose!" rief Naruto kampfbereit und
zog eine Handvoll kleiner Wurfmesser aus seinem Gürtel, um die geflügelten schwarzen
Kreaturen gebührend zu empfangen.


"Wie viele gibt es von denen?", fluchte der grün
gekleidete Held und zog sein Masterschwert hervor, nun wieder in seiner
normalen Form. Kaum aus der Scheide entlassen, veränderte es sich jedoch wieder
erneut zu seiner breiteren, seltsamen Form. Er musste unbedingt einmal
herausbekommen, was das war.


Unterdessen machten auch die beiden Mädchen sich
kampfbereit. Während Sakura ihre Fäuste anscheinend zu genügen schienen, zog Katara
eine Flasche von ihrer Hüfte, die ein wenig wie ein ausgehöhlter, länglicher
Kürbis aussah und entkorkte sie. Link fragte sich schon, was sie nun mit Wein
wollte, als ein langer Faden klaren Wassers daraus heraus schoss und den
Bewegungen ihrer Hand folgte.


"Du... beherrschst das Wasser?" fragte er
verblüfft. In was für eine Gruppe war er hier nur hinein geraten? Doch die
schwarzhaarige Wassermagierin hielt sich nicht weiter an seinem Erstaunen auf
und nutzte ihr Wasser zielsicher als Peitsche, um die Herzlosen auf Distanz zu
halten. Narutos Messer durchschlugen diese, woraufhin sie sich in der Luft
verflüchtigten.


"Es werden immer mehr, verflucht nochmal!",
brüllte Sakura, als ein neuer Schwarm anrückte, mit lautem Gekreische und
ausgestreckten Klauen.


"Das sind zu viele!", gab auch Katara beunruhigt
zu. Ihr Reittier machte das nicht mit. Den Angriffen der Monster derart
ausgeliefert zu sein, brachte die pelzige Kreatur völlig aus der Fassung.





Doch dieser neue Schwarm verschwand, noch ehe Link seine
Waffe bereithalten konnte, einfach im Nirgendwo. Nichts mehr war von den
Angreifern übrig und verwirrt starrten die vier Kämpfer in die Luft. Das
Grollen des fliegenden Geschöpfs, auf dem sie sich befanden, war zu hören,
ebenso wie die Explosionen und Lichtblitze in der Ferne.


"Was ist denn jetzt los?", wollte Naruto wissen.


"Könnt ihr eigentlich nicht auf euch selber
aufpassen?", keifte eine weitere Stimme. Eine neue. Link fuhr herum und
hielt alarmiert den Atem an. Ein junger Mann mit strenger Miene befand sich
plötzlich im hinteren Teil des Sattels. Wie kam es, dass sie ihn nicht bemerkt
hatten? Doch keiner der anderen machte Anstalten, ihn anzugreifen. Kannten sie
den etwa auch?


"Ständig muss ich hin und her und irgendwelche Feuer
löschen!", fluchte er weiter, während Link beobachtete, wie die anderen
entspannten. Der Junge konnte kaum älter sein als er selbst, wenn nicht noch
jünger. Er hatte langes, zotteliges, braunes Haar, das hinten mit einem dünnen
Band fest zusammengebunden worden war.


Er trug eine hellbraune Hose und Stiefel, die denen des
Hylianers sehr ähnelten. Auch sein Oberteil war grün, jedoch dunkler als das
von Links Tunika und seine Hände steckten in dunklen fingerlosen Handschuhen.


In seiner Hand hielt der Jüngling ein Schwert, welches in
einem sanften Grün leuchtete, ebenso wie seine Augen, nur dass diese um einiges
kälter wirkten. Die Klinge spaltete sich in zwei Hälften, wo normalerweise die
Blutrinne verlief. Es war lang und geschwungen und verfügte über eine elegante
Parierstange, die aussah wie ein Paar Engelschwingen.


"Cain!", riefen Links Mitreisende unisono und
schienen sehr erleichtert über seine Ankunft.


"Gut, dass du hier bist!"


Doch der Junge namens Cain schien der überschwänglichen
Begrüßung keine Beachtung zu schenken. Stattdessen streckte er Link seine Hand
entgegen und stellte sich vor:


"Cain ist mein Name."


Ein wenig perplex von dieser neuen Begegnung erwiderte der
Hylianer den Gruß und stellte sich nun seinerseits vor, ohne seine Deckung zu
vernachlässigen:


"Ich bin Link."


"Weiß ich. Sehr erfreut", entgegnete Cain mit
einem desinteressierten Nicken, das Link nicht signalisierte, dass er auch
wirklich zugehört hatte.


"Moment, du weißt das?"


"Natürlich", entgegnete Cain und machte den
Eindruck, als sei es das Normalste der Welt. "Auch Hyrule, nicht? Der
Heimat der Prinzessin des Lichts. Aus gegebenem Anlass haben wir ein wenig nach
Prinzessin Zelda geforscht, aber das gehört hier, denke ich, nicht her."


"Das will ich bezweifeln!", brauste Link auf und
zwang Cain, ihn anzusehen. "Ich glaube, das gehört hier sehr wohl her! Was
wird hier gespielt? Warum kennst du Zelda und mich und was soll das hier
alles?"


Verblüfft sah der Jüngling an ihm vorbei zu seinen Bekannten
und fragte:


"Ihr habt es ihm nicht erklärt?"


"Wollten wir gerade tun", antwortete Naruto mit
einem Schulterzucken.


Cain seufzte leise und schüttelte den Kopf.


"Also... die Kurzfassung. Dieses weiße Schloss dort
hinten wird bevölkert von einer Gruppe Wesen, die sich "Organisation
XIII" nennt."


Link nickte.


"Ja, so weit waren wir."


"Alles klar", kam von Cain. "Diese
Organisation besteht wiederum aus Wesen, wie wir „Niemande“ nennen. Solche
Dinger kommen zustande, wenn Menschen zu Herzlosen werden, aber das wäre jetzt
zu weit ausgeholt. Diese Kerle terrorisieren die Welten jetzt schon seit
Monaten und kotrollieren die Herzlosen, die sie gegen einen Feldzug gegen die
„Jemande“, also normale Menschen schicken. Wir haben die Bewohner dieser Welten
hier versammelt, um in einem letzten Kampf zu versuchen, die Organisation zu
vernichten."


"Aber wozu das Ganze?" wollte der Held wissen.
"Die greifen unschuldige Welten an, aber wieso?"


"Sie wollen an das Herz aller Welten", erklärte
Sakura. "Kingdom Hearts."


Cain deutete nickend auf sie.


"Jeder Herzlose, der vernichtet wird, gibt ein
gefangenes Herz frei. Das Herz, das früher dem gehörte, der zum Herzlosen
geworden ist. Diese Herzen versammeln sich im Kingdom Hearts. Die Organisation
schickt die Herzlosen in die Welten, damit sie so mehr Herzlose erschaffen und
um uns zu provozieren, sie zu vernichten. Mehr Herzlose, gleich mehr Herzen für
Kingdom Hearts. Sie wissen ganz genau, dass wir uns wehren müssen, sonst würden
uns diese Kreaturen nacheinander alle in die Finsternis ziehen. Und je mehr
Herzen sie opfern, desto eher hoffen sie, die Herrschaft über dieses
sagenumwobene Reich zu erlangen, um ihre eigenen Herzen zu erhalten. Sie haben
nämlich keine mehr."


"Moment!" unterbrach ihn Link mit einem heftigen
Kopfschütteln. "Ich verstehe nicht. Diese... Niemande... opfern Millionen
von Menschen und ganze Welten, nur um an Herzen zu gelangen? Habe ich das
richtig verstanden?"


"Ja, so ungefähr."


"Das ist doch krank!"


"Das ist es", ging Sakura erneut dazwischen. Ein wehmütiger
Ausdruck lag in ihren Augen. "Wir... wir verstehen das vollkommen. Wir
alle."


Auf Links verwirrten Blick antwortete Cain geduldig:


"Ihre Welten wurden alle von den Herzlosen heimgesucht.
Es gab viele Verluste. Doch wenigstens sind sie noch nicht verschwunden."


"Oh... das... das tut mir leid..."


Mitleid breitete sich in Link aus. Die ganze Zeit über hatte
er an das Wohl seiner Welt gedacht, an Hyrule. Und andere kämpften hier weiter,
obwohl sie bereits alles verloren hatten. Er konnte sich nicht vorstellen,
woher sie überhaupt noch den Willen nahmen, zu kämpfen.


"Aber das ist schon in Ordnung!" rief Naruto
grinsend. "Cain sagte, wenn wir den Kerl besiegen, der diese Niemande
kontrolliert, wird alles wieder so, wie es vorher war!"


"Ja." pflichtete dieser ihm bei. "Die Welten
stehen am Rande des Abgrunds. Noch sind sie nicht in der Dunkelheit versunken,
aber das kann sich jeden Moment ändern. Deshalb sind wir hier: In diesem Moment
stellen sich die drei Schlüsselschwertträger dem Letzten der Organisation im
Schloss zum Kampf. Und wenn Xemnas besiegt ist, endet das Dasein der Niemande.
Dann werden hoffentlich die Tore zum Reich der Dunkelheit wieder geöffnet. Und
wir verschaffen Sora, Riku und Micky hier draußen die Zeit, die sie brauchen,
indem wir uns Xemnas' Armee gegenüber stellen.


"Schlüsselschwert...", murmelte Link. Das hatte er
doch schon gehört! "So etwas, wie dieses?"


Cain betrachtete das ehemalige Masterschwert interessiert.


"Wow, das ist wahnsinnig interessant... wie ist das
denn passiert?"


"Du weißt es also nicht?"


"Nein, keine Ahnung...", gab der Junge zu und
schüttelte den Kopf. "Aber dass das Masterschwert die Form des
Schlüsselschwerts angenommen hat zeigt, dass es sich darüber im Klaren sein
muss, dass wir es brauchen."


Link wusste nicht, was er davon halten sollte.


Es wusste, dass sie es brauchen? Konnte dieses Schwert etwa
denken? Die Rätsel wurden nicht weniger.


"Aber sagt doch mal! Warum seid ihr auf dem Weg zum
Schloss?", fragte Cain plötzlich und Link wurde schlagartig wieder klar,
wieso er überhaupt hier oben saß! Er war nicht zum Vergnügen hier!


"Zelda!"


Cain hob die Augenbraue in einem Anflug von Überraschung.


"Was ist mit ihr?"


Naruto antwortete für Link.


"Seine Freundin ist wohl zu dem Schloss gelaufen. Warum
wissen wir auch nicht."


"Bitte!?", zischte Cain plötzlich. Sein vormals
gefasstes Gesicht verwandelte sich zu einer Maske des Zorns, keine Spur mehr
von lockerem Desinteresse. "Ins Schloss? Seid ihr sicher?"


"Was ist denn los?", wollte Katara wissen, ohne
den Blick von ihrer Flugrichtung zu nehmen.


"Diese dämliche Prinzessin!", fluchte Cain.
"Wieso denken diese Prinzessinnen des Lichts nur ständig alle, sie könnten
mit ihrer Kraft irgendwas ausrichten? Sie muss so einen dämlichen Anfall von
Opferbereitschaft haben!"


Link stand auf, erwiderte trotzig:


"Zelda will sich nicht opfern! Sie verfügt über große
Macht und hat sicher einen Plan, der uns helfen kann! Da bin ich mir
sicher!"


"Schön, dass du dir sicher bist!", fauchte Cain
hysterisch zurück. "Kann ihre Macht sie auch vor einer Zwölf-Megatonnen-Naquada-Nuklearexplosion
schützen?"


Die beiden Ninja und die Wassermagierin schreckten auf.
Außer sich vor Panik schrien sie: "Was? Was sagst du da?"


"Ich habe vorhin zwei meiner Freunde in dieses Schloss
geschickt, um eine Bombe im Energiekern zu platzieren. Die Schilde des Gebäudes
werden einen größeren Schaden hier draußen verhindern, aber da drin bleibt kein
Stein auf dem anderen. Alle werden pulverisiert!"








Der fliegende Büffel landete. Sie hatten absichtlich eine
der zahllosen Außenplattformen angesteuert, um sich nicht durch das halbe
Schloss kämpfen zu müssen. Cain sprang aus dem Sattel auf den weißen Boden des
großen Balkons. Von hier aus hatte man einen guten Blick über die Außenwände
und die vielen Treppen des Schlosses.


"Also schön", murmelte Cain und sah sich um.
"Von hier aus geht es rauf und runter. Naruto und Sakura! Ihr lauft runter
in Richtung Eingang. Wenn Zelda sich auf dem Weg befindet, ist sie vermutlich
irgendwo in diesem Bereich. Ihr müsst aus dem Schloss raus sein, bevor die
Bombe hoch geht! Link und Katara: Ihr begleitet mich nach oben. Dort befindet
sich noch eine Gruppe von Leuten, die wir hier raus holen müssen. Ich wollte
sie eigentlich abholen, aber da wir jetzt noch jemanden suchen, müssen wir uns
eben trennen. Auf den Turm kommen wir mit Appa sicher nicht rauf, dank des
verfluchten Schilds, also müssen wir zu Fuß laufen."


"Verstanden!", riefen der blonde Junge und das
pinkhaarige Mädchen synchron und liefen auch schon los, die Treppen herunter.


"Ich will Zelda suchen!", protestierte Link,
woraufhin Cain ihn mit seiner Hand zum Schweigen brachte. "Von hier bis
zur Turmspitze ist es weniger weit und die beiden sind schneller als wir alle.
Die werden sie schon finden. Wir müssen uns beeilen!"


"Dann kommt!" Katara strich Appa, dem Büffel über
die große Nase und befahl ihm, an der Stelle zu verharren, ehe sie die Treppe
hinauf, voraus lief.


"Meine Rede", erwiderte Cain und schulterte sein
leuchtendes Schwert, das Link bereits eben ins Auge gefasst hatte. Als er dem
Jungen hinterher lief, fragte er laut:


"Sag mal, Cain! Was ist das für ein seltsames Schwert?
Ist es magischen Ursprungs?"


"Dieses?" Verblüfft über den plötzlichen
Themenwechsel hielt Cain sein Schwert in die Höhe. "Es heißt Soul Calibur.
ich habe es mir vor einer Weile verschafft. Lange Geschichte, aber vielleicht
sollten wir lieber weiter, wenn es dir nichts ausmacht?"


Verwirrt von der aggressiven Antwort folgte Link ihm weiter
hinauf. Was hatte er denn nun Falsches gesagt?





Unterdessen, in einem anderen Teil des Schlosses:


Cains besagte Freunde widmeten sich ihrer Aufgabe, hier ein
wenig "umzudekorieren". Die zwei jungen Männer bahnten sich ihren Weg
durch die engen und niedrigen Korridore, auf der Suche nach dem Energiekern des
Schlosses, um diesen zu zerstören.


Der erste der beiden hatte schwarzes, kurz geschorenes Haar
und trug ein blau-weißes, ärmelloses Shirt und eine Dreiviertel-Hose. Der
andere besaß längeres, gestyltes Haar in Dunkelbraun. Seine rote Jacke wies
eine Kapuze mit Pelzkragen auf und er trug lange Jeans.


Zudem waren beide bewaffnet: Der Schwarzhaarige trug einen
Hammer mit einem langen, blauen Stiel, reichlich verziert.


Währenddessen besaß der Braunhaarige einen langen, goldenen
Säbel mit runder Spitze und gebogene Klinge.


"Seltsam, dass hier weder Niemande, noch Herzlose
lauern..." murmelte der Schwarzhaarige. "Ich hatte erwartet, dass sie
diesen Ort besonders schützen würden..."


"Ich würde mich auch nicht darauf verlassen..."
murmelte sein Partner und warf einen Blick über die Schulter. "Hier gibt
es nicht viel zum Verstecken, aber diese Wesen können wohl selbst hier einen
Hinterhalt verüben... Marcus, hast du schon was aus dem Schirm?"


"Nope", antwortete der Angesprochene konzentriert,
mit Blick auf den Bildschirm seines Handgerätes. "Keine Energiesignatur.
Die Wände müssen hier wirklich undurchdringlich sein, Daniel. Cain hätte ruhig
selber hier herunter kommen können."


"Cain...", spie der Junge namens Daniel aus. Sein
Gesicht verzog sich, als er an Cain dachte. "Dieser Wichtigtuer. Der würde
diese Drecksarbeit doch nie erledigen. Ich sage dir, das ist das letzte Mal,
dass wir ihm helfen, darauf kannst du dich verlassen." Mürrisch bog er um
eine Ecke, nicht ohne zuvor nachzusehen, ob nicht irgendwelche Feinde dort
lauerten.


"Du hattest Recht", murmelte er misstrauisch.
"Das riecht förmlich nach Falle... Es ist viel zu still hier. Einen
Energiekern lässt man nicht unbewacht."


"Sag ich ja." Mit einem frechen Grinsen legte
Marcus einen Gang zu und joggte neben seinem Kollegen her. "Aber von so
ein paar Niemanden lassen wir uns nicht einschüchtern, was? Also komm, ich
glaube, wir sind gleich da!"


"He, warte!", rief der junge Mann in der roten
Jacke, eilte seinem Partner hinterher. "Lass die Bombe nicht fallen,
Mann!"


Als sie um eine weitere Ecke bogen, bestätigte sich Marcus‘
Ahnung ihres Ziels, denn als er ahnungslos seine Schritte um die Biegung
lenkte, fand er sich mitten in der Luft wieder!


Der Gang endete abrupt mitten im Nichts und gab den Blick
auf eine gewaltige, kugelförmige Kammer frei, die mit weißem Metall verkleidet
war und in deren Mitte sich von oben bis unten ein leuchtender Zylinder aus
hochenergetischem Material spannte.


"Marcus!", schrie der Zurückgebliebene entsetzt,
als sein Freund über die Kante stürzte und einen überraschten Schrei von sich
gab. Schnell lief Daniel zur Kante, nur um beruhigt zu erkennen, dass sein
Kumpel sich bereits selbst gerettet hatte.


Von der Wand aus breitete sich eine große Masse an Wasser
aus, die in der Luft schwebte und in der Marcus nach oben schwamm. Sein
klitschnasser Kopf ragte bereits heraus und keuchend paddelte er zurück zum
Gang.


"Puh, das war knapp, Alter...", keuchte er und zog
sich an Land. "Gott sei Dank für unsere Elementarkräfte!"


Daniel unterdrückte ein erleichtertes Seufzen erfolgreich
und schüttelte den Kopf.


"Pass... einfach besser auf... ich hätte fast einen
Herzinfarkt gekriegt..."


"Du Ärmster", ließ Marcus ironisch verlauten und
zog sich mit seiner Hand das Wasser aus der Kleidung.


Als Daniel auffiel, dass ein entscheidendes Detail in
Marcus‘ Erscheinung fehlte, riss er alarmiert die Augen auf.


"Marcus! Wo ist die Naquada-Bombe?"


"Die Bombe?", fragte dieser ratlos. "Na
hie... Oh, Scheiße!" Die Bombe war nicht mehr in seinem Gürtel!
"Ich... muss sie verloren haben! Wo ist sie... oh nein..."


Schnell wandte er den Blick zur Kante und daran hinab.
Tatsächlich: Der Sprengsatz glitt an der Wand hinunter in die Tiefe der Grube,
rutschte die Rundung hinab auf den Energiekern zu.


"Das ist jetzt weniger gut, was?", fragte er
beunruhigt.


"Halt sie auf!", befahl Daniel sofort und deutete
nach unten. "Mach schon, du Vollidiot!"


Marcus reagierte schnell und ließ das Wasser an der Wand
hinunter schießen und die Bombe umschließen.


"Glück gehabt", brummte Daniel. "Wenn das
Ding an den Kern gerät, wird es sofort explodieren. Bis dahin müssen wir so
weit weg, wie wir kommen."


"Darauf ein Amen!", rief Marcus und nahm die Beine
in die Hand. "Abflug!"


Und der Rückzug begann. Marcus hatte keine Ahnung, wie weit
er die Wasserblase auf diese Entfernung kontrollieren konnte, aber wenn der
Countdown aktiviert war, würden sie sich darum nicht lange Gedanken machen
müssen. Im Grunde war es ein Wunder, dass das verdammte Ding nicht durch den
Aufprall explodiert war.


"Schnell, wir... verdammt!", brüllte Daniel und
beschwor seinen Säbel, der in einer Flammenwolke aus dem Nichts auftauchte.


Niemande versperrten ihnen den Weg! Die Untergebenen der
Organisation XIII waren weiße Wesen, die beinahe ständig ihre Gestalt
veränderten wie Kaugummi. Der ganze Korridor wurde von ihren, sich faltenden
und wandelnden Körpern vereinnahmt und stetig näherten sich die Gestalten ihren
beiden Feinden.


"Die schon wieder", knurrte Marcus. "Dafür
haben wir nun wirklich keine Zeit!"


Seinen Hammer in der Hand schickte er sich an, auf ihre
Gegner loszugehen, als Daniel ihn auch schon zurückhielt.


"Wenn wir für die keine Zeit haben, halten wir uns auch
nicht dran auf! Nehmt das, ihr Kreaturen!"


Daniel streckte seinen Arm nach vorn.


Wie schon Marcus vor wenigen Minuten das Wasser aus der Luft
zur Hilfe gerufen hatte, nutzte sein Begleiter nun die Macht der Flammen, um
eine basketballgroße Feuerkugel zu erschaffen.


"Guten Appetit!" brüllte er und schleuderte den
Ball nach vorn, in die Masse der Angreifer hinein, die durch die Wucht und die
Anziehungskraft der kleinen Mikrosonne mit ihr hinfort geschleudert wurden.


"Deckung!", schrie Daniel und zerrte seinen Freund
zurück um die Ecke. "Mach nochmal die Nummer mit dem Wasser über dem Abgrund,
schnell!"


Zurück in der Brennkammer warf sich Daniel mit seinem Freund
über den Abgrund und wieder reagierte dieser schnell genug, um sie beide
aufzufangen, als ein gewaltiges Beben das Gewölbe erschütterte. Ein gleißend
rotes Licht schoss über sie hinweg und sie mussten die Augen schließen, um
nicht geblendet zu werden.


Daniel bereute es, diesen Angriff durchgeführt zu haben,
denn die Wucht der kleinen Sonne schien das Schloss auseinander zu reißen!


Vor allen Dingen mussten sie durch den nun zerstörten
Ausgang auch irgendwie das Gebäude verlassen.





"W-Was ist das für ein Beben?", fragte Link
nervös, als plötzlich das gesamte Gebäude zu wackeln begann. "Irgendwas
stimmt hier nicht!"


"Seht, dort unten!", rief Katara und deutete
zwischen zwei Türmen hindurch auf die Außenwand des Schlosses, die von einem
gewaltigen Feuerball von innen heraus in Stücke gerissen wurde. Flammen
züngelten die Mauern der Burg empor und es kam zu Luftverzerrungen, als ihnen
eine Hitzewelle entgegen schlug.


"Da muss was schief gelaufen sein!", schloss Cain
laut, um das Heulen der ausrastenden Sonne zu übertönen. Er sah sich nach einem
Weg um. "Wir müssen hier weg, schnell! Dort oben geht es in das Innere des
Schlosses! Beeilt euch, ihr zwei!"


"Was ist mit Appa?", wollte die schwarzhaarige
Wassermagierin wissen, als Cain und Link sie mit sich voran zogen.


"Der wird hoffentlich so intelligent sein und sich in
Sicherheit bringen, oder? Komm schon!"


Sie erreichten eine Kammer im Inneren des Schlosses. Sie war
viereckig und, im Gegensatz zum Rest des Schlosses eher klein und schlicht
gehalten.


Dreizehn Grabsteine standen in drei Reihen verteilt in dem
Raum und gaben in der Mitte eine Treppe frei, die zu einem Durchgang weiter
oben führte.


"Dreizehn...", murmelte Link. "Ob der was mit
dem Namen dieser Organisation zu tun hat?"


"Ausgezeichneter Gedanke." lobte ihn Cain und
schob mit dem Fuß etwas Geröll von der Bodenplatte vor einem der zerbrochenen
Steine weg. Das Bildnis darauf stellte mehrere Lanzen dar. Bis auf einen Gradstein
wiesen sie alle Risse auf...


"Nur einer steht noch...", überlegte Katara.
"Und nur einer der Organisationsmitglieder lebt noch. Der Anführer
nämlich. Ob die Steine mit ihnen verbunden sind?"


"Das vermute ich auch", stimmte ihr Cain zu.
"Siehst du die Schrift dort oben, über der Tür? Übersetzt heißt sie so
viel wie "Zeugnis der Existenz". Vielleicht gaben diese Steine
Auskunft über den Zustand ihrer Besitzer? Womöglich haben die Niemande hier so
etwas wie einen Beweis ihrer eigenen Existenz gesehen."


Das Mädchen trat langsam an den letzten unversehrten Stein
und las die Inschrift auf dem weißen Metall laut vor.


"Su-pe-ri-or-of-in-bet-ween? Was heißt das?"
fragte sie interessiert.


"Nun, wörtlich übersetzt heißt es "Vorgesetzter“
oder „Überlegener des Dazwischens". Damit meinten sie wohl das Reich
dazwischen, welches zwischen dem Reich des Lichts und der Dunkelheit liegt.
Gehen wir weiter, wir müssen uns beeilen. Bevor diese Sonne oder die Bombe das
Schloss einreißen." Wie zur Bestätigung seiner Worte lief ein weiteres
Beben durch den Boden.


Link bemerkte den Umschwung in der Stimme Cains, welcher
sich mit einem Mal den rechten Arm festhielt. Eigentlich eine sehr unwichtige
Geste in Bezug auf den Grund ihres Hierseins gesehen, doch so fest, wie seine
linke Hand zupackte, schloss Link, dass ihr Anführer Schmerzen haben musste.


Vorsichtig fragte er daher:


"Sag, Cain. Hast du Schmer..."


"Zurück!", keifte dieser völlig unprovoziert und
hielt Link so davon ab, nach seinem Befinden zu fragen. Gerade wollte er zu
einem Konter ansetzen, als Cain ihm das Wort abschnitt indem er nach vorn
deutete. Neuerliche Angreifer, dieses Mal in kaltem Weiß statt mattem Schwarz. Kampfbereit
hoben beide Kämpfer ihre Waffen, um die aufgetauchten Niemande in Empfang zu
nehmen.


"Hier etwa auch? Haben die nichts Besseres zu tun, als
uns aufzuhalten?" Link hielt neben Link die Stellung und stach zu. Die
Wesen namens Niemande hatten ihren Schwertangriffen und Kataras Wasser nichts
entgegen zu setzen, dafür bestachen sie durch ihre bloße Überzahl, die trotz
der Vernichtung so vieler stets weiter anzuwachsen schien.


"Es kommen ja immer mehr!" rief der hylianische
Krieger. Nachdem er eines der Wesen enthauptet und in das Nichts
zurückgeschickt hatte, durchbohrte er gleich den nächsten Niemand, während
Katara eine Wasserhose entfesselte und mit dieser eine ganze Reihe ihrer Feinde
durch die Luft wirbelte. Cain unterdessen hielt die Niemande von dem Mädchen
fern, die es schafften, ihren Distanzangriffen zu entgehen und ihr zu nahe zu
kommen. Wie ein Berserker wütete er unter ihnen und die Waffe Soul Calibur
schlitzte durch ihre Körper wie ein heißes Messer durch Butter, ehe sie sich in
schwarzem Nebel verflüchtigten.


"Kümmert euch nicht weiter um sie!", schrie er
zornig und Link bekam mehr und mehr den Eindruck eines Racheengels, der alles
und jeden um sich herum vernichten würde, wenn er könnte. "Schlagt eine
Schneise zum Ausgang, wir müssen weiter!"


Und dann geschah es: Vor den Augen seiner erstaunten und
entsetzten Freunde riss Cain sich den Handschuh von seinem rechten Arm und
ballte seine Hand zu einer Kralle, aus der ein Strahl purer, finsterer Energie
floss und die Gegner in seiner Reichweite in deren Partikel auflöste, die sich
kreischend im Raum verteilten. Dunkelheit!


Die Hand des, außer Kontrolle geratenen Jungen zitterte wild
und nur mit Mühe konnte er es anscheinend verhindern, dass sie wild herum
schlenkerte und alles und jeden zerstörte. Stattdessen hielt er sie verbissen
fest und presste sie an sich, ballte die Hand zur Faust und stoppte so den
Austritt des Bösen aus seinem Körper.


Link war sprachlos. Der Wunsch, alles zu vernichten war fast
greifbar gewesen. Cain wurde ihm mit jeder Sekunde unheimlicher. Mit welcher
finsteren Macht stand er im Bunde?


Konnte man ihm überhaupt trauen?, dachte er beunruhigt und
tauschte nervöse Blicke mit Katara aus, die sich Cain besorgt näherte.


"Ist... alles in Ordnung? War das etwa...?"


"Nicht jetzt!", raunte er unfreundlich und wandte
ihren Körper von ihr weg. "Wir... müssen weiter... Auf geht's..."


Er wollte sich nicht von ihr helfen lassen und Link konnte
den Trotz und den Stolz in seinen Augen erkennen, ehe der Jüngere sich von ihm
abwand und auf den Ausgang zu lief.


Kopfschüttelnd folgte Link ihm.





Der nächste Halt war ein großes, hell erleuchtetes Gewölbe
mit spiegelnden Wänden. Ihr Pfad endete mit einem Mal auf einer Plattform über
einem scheinbar bodenlosen Abgrund, der tief hinunter führte und einen ewig
fallen zu lassen schien.


Weitere Plattformen schwebten über dem Loch, doch allesamt
schienen sie zu weit entfernt, um sie zu erreichen und spiegelnde Säulen
machten die Orientierung zudem noch sehr schwer.


"Verdammt, wie kommen wir hier weiter?", fluchte
Cain und sah sich gehetzt um, während von allen Seiten weitere Niemande herbei
glitten. "Ich sehe keinen Weg!"


Katara und Link hielten Ausschau nach einer Möglichkeit, zur
nächsten Plattform zu wechseln, doch tatsächlich war dort nur der Abgrund und
der war garantiert todbringend.


Doch bei der sorgsamen Beobachtung der Umgebung kamen
tatsächlich beide gleichzeitig auf die rettende Idee:


"Seht mal an die Decke!", riefen beide
gleichzeitig und deuteten mit den Fingern nach oben.


Die Decke bestand im Grunde aus einem einzigen, großen
Spiegel, der sie, den Abgrund und die Plattformen reflektierte. Aber nicht nur
das: Zwischen den Plattformen zeigte der Spiegel einen Pfad aus durchsichtigen,
sechseckigen Platten, der von Platte zu Platte, bis zum Ausgang auf der anderen
Seite zu führen schien.


"Das muss ein Rätsel sein", murmelte Cain, der
erkannte, worauf ihn die beiden aufmerksam machen wollten. "Genial!
Schnell! Nehmt den Weg dort oben! Und beeilt euch, dort kommen die Biester
schon wieder!"


Gemeinsam schafften sie es. Einige Male trat einer von ihnen
beinahe über die unsichtbare Kante, doch der Weg zwischen den einzelnen Platten
war breit genug, um auf ihm stehen und sich wehren zu können. Im Lauf hieben
sie abwechselnd nach den schwebenden Angreifern, die darauf aus waren, sie in
den Abgrund hinunter zu ziehen. Doch näher und näher kam die rettende Tür nach
draußen und mehr und mehr wuchs Links Hoffnung, hier doch noch heil heraus zu
kommen!





Als sie den Ausgang erreicht hatten, nutzte Cain erneut die
Macht der Finsternis, um die Tür zu blockieren und die Niemande an der
Verfolgung abzuhalten.


Sie waren erneut außerhalb der Burg gelandet und eine
Spiraltreppe führte hinauf auf den Turm, an dessen Seite sie sich befanden.
Rote Schwaden heißen Feuers fegten durch die Luft und tauchten den
nachtschwarzen Himmel in ein Meer aus Funken und Zerstörung. Wieder und wieder
schlugen Flammen in die Wände ein und die dreiköpfige Gruppe musste Acht geben,
als sie diesen letzten Aufgang erklommen, um auf die Spitze zu gelangen.


Dort oben befand sich eine illustre Gruppe von Menschen
und... anderen Geschöpfen. Link starrte nicht schlecht, als er dort nicht nur
ein hübsches, rot- und langhaariges Mädchen sah, sondern auch eine übergroße
Ente mit einer blauen Mütze, einen, in Rüstung gekleideten Hund und eine
hüfthohe Maus mit großen, runden Ohren, die ein ähnliches Schlüsselschwert
trug, wie er selbst.


"Cain!", riefen die vier sofort, als sie sie sahen
und liefen ihnen entgegen.


"Was ist hier nur los?", quietschte die Maus,
offenkundig männlichen Geschlechts und sah ernst in Richtung der Sonne, die
immer größere Ausmaße anzunehmen schien. "Vor einigen Minuten ist die
Außenwand explodiert und dieser Feuerball erschienen!"


"Lange Geschichte, Euer Hoheit", keuchte Cain, der
wieder seinen Arm hielt und an den vieren vorbei, auf eine große, silberne Tür
sah, die vor dem Turm in der Luft schwebte. Diese Maus war eine Hoheit? Link
verstand die Welt nicht mehr.


"Das ist sie? Xemnas' Tür zum Kingdom Hearts?"


Die Gruppe, die sie aufgelesen hatten, bestätigte. Die Ente
besaß eine sehr unverständliche Stimme, doch glaubte Link, verstehen zu können,
was sie quakte:


"Chowa und Wiku chind noch da dwin, tchuchammen mit
Kchemnach!" rief sie aufgebracht, als der Jüngling an das Tor herantrat,
das jedoch fest verschlossen war.


"Die können hoffentlich allein auf sich aufpassen",
murmelte er. "Wir sollten lieber sehen, dass wir hier wegkommen! Kairi,
Donald, Goofy, Euer Hoheit?"


"Halt, nein!", rief das Mädchen mit dem Namen
Kairi sofort. "Einfach gehen? Wir müssen ihnen irgendwie helfen! Kannst du
die Tür nicht öffnen, Cain? Wir müssen uns beeilen!"


"Ich wäre auch dafür!", pflichtete Link der jungen
Dame bei, die ihn überrascht musterte. Schließlich war er für sie ein Fremder.


"Wenn der Verantwortliche für dieses Chaos dort drin
ist, will ich helfen, ihn zu stoppen!"


Doch Cain gab sich unnachgiebig.


"Und wie wollt ihr reinkommen? Selbst wenn wir diese
Tür öffnen, wie geht es dann weiter? In wenigen Augenblicken wird entweder
diese Supernova oder die Naquada-Bombe dieses Schloss vernichten und wir müssen
immer noch die anderen abholen. Ich sage es nicht gern, aber wir müssen weg!
Sora und Riku werden Xemnas allein zur Strecke bringen müssen!"


"Das kann nicht dein Ernst sein!", protestierten
die Vier wütend. Der Hund und die Ente ließen ihre Köpfe hängen, während die
Maus resigniert seufzte und schließlich nickte.


"Du... hast Recht. Wir müssen Kairi hier weg
bringen."


"Nein!", wehrte diese sich jedoch und stampfte mit
dem Fuß auf. "Ich setzte keinen Fuß von dieser Turmspitze!"


"Tut mir leid, Kairi, aber hier wird es gleich ziemlich
heiß!" widersprach ihr Cain und deutete in den Himmel.


"Seht mal, da kommt unser Taxi!"


Appa, der fliegende Büffel tauchte aus dem Nichts über dem
Turm auf und hielt auf sie zu. Die Sonnenwinde nahmen derweil stärker zu und
tatsächlich wurde die Wärme immer unangenehmer.


"Ruf ihn her!", befahl Cain der Wassermagierin.
"Die Sonne wird den Schild um den Turm vermutlich sowieso vernichtet
haben, da kann er wohl auch landen."


Gesagt, getan. Sobald Appa gelandet war, dauerte es nicht
lang, alle an Bord zu bekommen. Die störrische Kairi wurde von Cain einfach an
Bord getragen, woraufhin Katara widerwillig das Tier abheben ließ.





Der Flug über die Dächer und Türme verlief schweigend. Die
Flammen hüllten immer mehr Teile des Schlosses ein und Link machte sich Sorgen
um die drei Personen, die sie noch abholen mussten. Und hatte Cain nicht von
zwei Freunden erzählt, die dort drin waren, um eine Bombe zu zünden?
Hoffentlich ging es ihnen allen gut, dachte er mit klopfendem Herzen.


Gespannt näherten sie sich den unteren Ebenen, hielten auf
den Abgrund zu, der sich am Rande der Stadt auftat und sich ins Nichts ergoss,
über dem die weiße Burg schwebte. Vorbei an den schwebenden Ringen brachte Appa
sie, zu einer großen Luke, in der mehrere Menschen auf sie warteten.


Zwei junge Männer, einer in einer roten Jacke, einer in
einem blauen Shirt, dazu der blonde Junge und das pinkhaarige Mädchen von
vorhin und...


"Zelda!", rief Link erfreut und streckte die Arme
aus, um sie aufzufangen, als sie sprang.


"Link!", erkannte auch diese, während Cain sich
seinen beiden Bekannten widmete, die beide ziemlich zugerichtet aussahen.


"Eine Sonne? Im Ernst, Daniel?", fragte er mit
einem skeptischen Grinsen, als der Typ in der roten Jacke Platz genommen hatte.


"Ach, halt die Klappe, du Mistkerl", knurrte
dieser und schüttelte den Kopf. "Überall Niemande..."


"Hauptsache, ihr habt es geschafft. Sakura, Naruto! Gut
gemacht! Katara, bring uns hier weg!"


Der arme Appa stöhnte schon schwer unter dem Gewicht seiner
zwölf Passagiere, aber Cain trieb weiter zur Eile, um der Wucht der Bombe und
der Sonne zu entgehen, die stets weiter an Intensität gewann.


"Gleich geht es los!", warf Daniel in die Runde
und schaute auf eine kleine Konsole, die einen Countdown anzeigte. "Ein
Wunder, dass Marcus den Wasserkäfig überhaupt so lange halten konnte."


"Du bist auch ein Wassermagier?", fragte Link
verblüfft, doch froh, Zelda gefunden zu haben.


"Etwas Ähnliches", gab der Junge im blauen Shirt
zu und sah neugierig über das Geländer des Sattels hinweg nach unten in die
ausgestorbenen Straßen der Stadt.


"Wo sind unsere Leute hin? Ich sehe nur Herzlose!"


"Wurden abgeholt", antwortete Cain. "Unsere
Freunde in den Schiffen haben sie raufgeholt und steuern sichere Welten an, wo
es hier doch gleich so rund geht."


"Und was ist mit uns?", regte sich Sakura sofort
auf. "Wie kommen wir jetzt zurück?"


"Gute Frage", gab Cain zu. "Kann außer mir
einer einen Vortex in eine andere Welt öffnen? Daniel? Mark?"


Die beiden wirkten recht verlegen, als sie die Köpfe
schüttelten.


"Dann liegt es also nicht an mir. Liegt scheinbar an
den Regeln dieser Welt.“


"Wir befinden uns außerhalb der drei Reiche. Da wird
das mit den Vortexen schwer", erklärte Daniel.


"Soll das heißen, wir stecken hier fest?",
beschwerte sich nun auch Naruto wütend und wollte aufstehen, als der Büffel
gefährlich anfing, zu wackeln.


"Es geht los!", brüllte Marcus und deutete nach
hinten, zurück zum Schloss.


Tatsächlich: Die Sonne war nun ihr geringstes Problem, denn
die Mauern des Schlosses wurden von einer weiteren explosiven Macht in Stücke
gerissen, als eine gewaltige Kuppel hellen Lichts sich aus dem Inneren der Burg
heraus ausbreitete und die Mauern in deren Innerem verschwanden.


Die Wucht der Schockwelle, als die beiden Mächte aufeinander
trafen, riss das den Ochsen beinahe aus der Luft und die Mannschaft in seinem
Sattel musste sich festhalten, um nicht heraus zu fallen, als selbst die Luft
zu vibrieren und zu brennen schien.


"Festhalten!"


Die Welt schien zu zerbrechen. Und das im wahrsten Sinne des
Wortes!


Als die Schockwellen stärker wurden und über die Landschaft
fegten, folgte ihnen das Abbild der Welt einfach. Die Erscheinung der Gebäude,
der Boden, selbst der Himmel bekamen Risse und wie Glas zerbrach dieser Ort
einfach in Scherben, welche Schneeflocken gleich in die unendliche Schwärze
hinab fielen, die sich nun unter ihnen befand.


Schloss, Stadt, Boden... alles war mit einem Mal
verschwunden und nur einzelne Kometen oder Reste von Häusern schwebten noch in
der Leere.


"Was... ist denn jetzt passiert?", fragte die Maus
namens Micky entsetzt. "Haben Sora und Riku etwa Xemnas besiegt?"


"Wenn der Boss der Niemande diese Welt zusammen
gehalten hat...", mutmaßte der Hund namens Goofy und kratzte sich
nachdenklich am Kopf. "... dann wäre es doch möglich, dass sie durch seine
Vernichtung auch vernichtet wurde..."


"Das ist ja gut und schön, aber wir sitzen jetzt hier
fest", holte Cain sie zurück, auf den Boden der Tatsachen. "Weit
entfernt von Raum und Zeit, außerhalb der drei Reiche. Von hier kommen wir
einfach nicht weg."





Verzweiflung. Mit diesem Wort ließ sich die Stimmung der
Gruppe wohl am besten beschreiben. Gefangen im Reich des Nichts, einem Ort
unvorstellbarer Größe, außerhalb der drei Sphären, in denen die Welten lagen.
Und von Sora und Riku, den beiden Trägern des Schlüsselschwerts keine Spur.


Appa ließ ein müdes Grunzen verlauten.


Wie lange sie unterwegs waren, Tage, Wochen oder nur wenige
Minuten, ließ sich nicht ermessen. Die Melancholie griff um sich, die
Hoffnungslosigkeit. Abgesehen von den Inseln in der Ferne gab es nur sie und
das große Nichts. Der Büffel konnte nicht mehr... aber er konnte ja auch nicht
landen, also machte es keinen Unterschied, ob sie flogen oder fielen. Cain
wusste, dass sie sich möglicherweise auch überhaupt nicht mehr vom Fleck
bewegten, sondern still in der Schwärze verharrten.


In ihrer Nähe drehte sich ein zerstörter Rest eines der
Gebäude um die eigene Achse. Schwebte er an ihnen vorbei oder sie an ihm? Wie
nur war es möglich, dass diese Welt mit der Vernichtung des Bösen verschwand?
Und wieso nur blieben sie die Opfer?


Link seufzte tief, als Katara den Büffel von dem treibenden
Felsblock fort lenkte. Ob sie hier verhungern oder verdursten würden? Oder ließ
diese Finsternis sie hier auf ewig durch die Luft schweben, bis ihre Verstände
sich langsam auflösten?


"He, seht mal!", rief Katara plötzlich und ließ
damit ihre Kameraden panisch zusammen zucken. Ihre Stimme klang hier so seltsam
fremd und falsch!


"Ist das... ein Licht?", fragte Cain und
versuchte, genauer hin zu sehen.


In der Tat: Dort in der Ferne glimmte ein Licht in der
Dunkelheit!


"Ist doch egal!", rief Daniel sofort und arbeitete
sich zu ihnen nach vorn. "Was auch immer das ist, es kann nur was Gutes
sein, oder? Ich meine... alles, was hier auftaucht und nicht aus Erde oder
Wolkenkratzerresten besteht, ist gut, was?"


"Wenn es uns nicht umbringt, wieso nicht?"





Das Licht entpuppte sich lediglich als neuer Wolkenkratzer,
nur einer von vielen und so machte sich rasch Enttäuschung in der Gruppe breit.
Jedoch fiel dieses Gebäude rasch auf, da es das einzige an diesem Ort war,
welches noch heil war. Zudem waren die Fenster hell erleuchtet und große,
leuchtende Neonschilder prangten auf seinem Dach.


"Das ist aber seltsam...", gab Katara zu. "An
diesem Ort ist doch sonst alles zerstört worden. Wieso steht dann dieses
Gebäude noch?"


"Ist das nicht egal?", Naruto kroch neugierig nach
vorn. "Da drin ist vielleicht was zu essen!"


"Oder was anderes", gab Link zu bedenken, während
die Prinzessin, die neben ihm saß, nur nachdenklich in Richtung des
Wolkenkratzers sah.


"Lasst es uns trotzdem einmal ansehen", schlug der
König vor und wackelte mit seinem Mäuseschwanz. "Es ist besser, als durch
das Nichts zu irren!"


"Wohl war", Cain gab sein Einverständnis, also
steuerte Katara ihr Reittier auf das schwarze Gebäude zu, das auf einem kleinen
Kometen durch die unendlichen Weiten trudelte und einen so starken Kontrast zu
dieser ewigen Einsamkeit bot, die einst eine ganze Welt beherbergt hatte.


Der fliegende Büffel landete leichten Fußes auf dem Boden
vor dem Eingangsportal, zu dem eine große Doppeltreppe hinauf führte.


Aufgeregt sprangen sie von dem Tier herunter und testeten
erst einmal die Beschaffenheit des Bodens, als ob dieser jeden Moment durchlässig
werden könnte.


Nur Cain und Daniel gingen sofort zielstrebig zum Eingang
des Gebäudes, einer großen, gläsernen Drehtür, durch die man hindurch sehen
konnte.


"Sieht aus wie ein Hotel", murmelte Cain mit Blick
auf die Fassade.


"Ja, aber sieh einmal hinein", wiedersprach ihm
sein Freund. "So etwas findet man nicht im Hotel."


Recht hatte der Feuerteufel. Was Cain durch die Glastür
sehen konnte, fand sich wirklich in keiner Hotellobby:


Es war ein Strand. Ein wunderschöner, weißer Sandstrand, auf
den die blaue See traf und mit sanften Wellen umspülte. Eine kleine Insel vor
der Küste war mit einer Holzbrücke mit einer Terrasse über dem Strand verbunden
und aus einer Felswand heraus sprudelte ein kristallklarer Wasserfall, der in
der Sonne glitzerte.


"Ist das die Südsee?", wollte er wissen und drehte
probeweise die Tür. "Ob die Welt uns einen Ausgang zeigt?"


"Wer weiß das schon", murmelte Daniel und drehte
sich zu den anderen hin. "He, Leute! Alle herkommen, wir haben hier was
entdeckt! Kommt schon!"


Nur allmählich setzte die Gruppe sich in Bewegung und
erklomm die Stufen hinauf zur Eingangstür und sie alle drängelten sich um die
beiden, um einen Blick durch die Tür zu werfen.


"Das gibt‘s!", jubelte Kairi und drängelte sich
zwischen Marcus und Link hindurch nach vorn. "Das... Das sind die Inseln
des Schicksals! Von da komme ich her!"


"Eine Tür ins Reich des Lichts?", fragte der Hund
namens Goofy verwirrt. "Wie ist das möglich?"


"Daniel vermutet, dass diese Welt es uns wieder gut
machen will und uns nach Hause schickt, bevor sie gänzlich verschwindet",
antwortete Cain und drehte die Tür ein Stückchen. "Dort kommen wir
vermutlich zurück nach Hause." Mit einem finsteren Blick durch seine
filzigen Haarsträhnen nickte er in Richtung des Ausgangs.





Nach und nach begaben sie sich zurück in das Reich des
Lichts, um diese Welt zu verlassen. Aufgeregt über ihre Rettung lief Katara
zurück zu Appa, um diesen mühsam die Treppe heraus zu locken, mit Unterstützung
von Sakura, die den liebenswerten Koloss mit einigen Streicheleinheiten
verwöhnte, damit dieser sich durch die enge Tür quetschte.


Unterdessen ließ auch Zelda die Finsternis hinter sich und
sah sich verwundert auf der anderen Seite der Tür um, gefolgt von Naruto und
dem König, die glücklich über den Sand liefen und das Meer bewunderten.


Schlussendlich waren nur noch Cain und der Junge in der
roten Jacke übrig, die einander anschwiegen.


"Wieso gehst du nicht, Cousin?", fragte Cain, der
sich wieder seinen Arm fest hielt. Daniel schwieg, lehnte sich an die Wand und
verschränkte die Arme. Mit interessierter Miene fragte er:


"Wieder dein Arm? Wie lange schon?"


"Es hat nie aufgehört. Soul Edge, es... frisst mich
langsam auf..."


Mit einem spöttischen Grinsen kippte der Junge mit der roten
Jacke sich von der Wand weg und schüttelte den Kopf.


"Ach, Cain, du alte Heulsuse. Wenn du nicht der
Mittelpunkt der Welt sein kannst, bist du wirklich angepisst, was?"


"Was, du glaubst mir nicht?", fragte sein Cousin
misstrauisch. "Soul Calibur und Soul Edge: Zwei beseelte Schwerter, eines
gut, eines böse. Der Kampf der beiden wurde in einer fernen Welt gefochten und
obwohl wir Soul Edge besiegt haben, wurde es zerbrochen und seine Splitter
verteilten sich überall. Und einer davon landete in meinem Arm."


Mit einem Seufzen erwiderte er Daniels verwunderten Blick.
So hatte er die Geschichte wohl noch nie gehört.


"Er frisst mich auf. Ständig erwische ich mich, der
sich eigentlich dem Licht zuwenden sollte, wie ich immer weiter in die Dunkelheit
herab sinke. Die Dunkelheit umschließt mich. Es wird der Moment kommen, an dem
ich zu gefährlich bin, um mich leben zu lassen. Dann werde ich den Welten des
Lichts schaden wollen."


"Also willst du hier bleiben?", Daniel traf genau
ins Schwarze mit seiner Ahnung. "Hier, um in Einsamkeit zu leben, bis das
Alleinsein in dieser kalten und leeren Unendlichkeit dich deines letzten Restes
Verstandes beraubt hat? Was für ein sinnloser Heroismus, Cain."


"Als würde es euch scheren." gab dieser zurück.
"Wo waren denn die anderen Weltenwächter? Hätte ich nicht gebettelt, wären
nicht einmal du oder Marcus aufgetaucht."


"Kannst du es uns verübeln?"


Cain antwortete nicht sofort. Er wand den Blick ab, um
zerknirscht zuzugeben:


"Nein... vermutlich nicht... Aber ich hatte mir auch
nicht gedacht, dass ihr für mich kommt, sondern für das Wohl der Welten!"


"Dafür sind einige von uns noch zu stur", gab
Daniel zu und zuckte mit den Schultern. "Aber wir haben es ja geschafft...
also komm endlich. Du musst noch ein paar Leuten - mich eingeschlossen -
gehörig auf die Nerven gehen."


"Vergiss es."


Desinteressiert wandte Cain der Tür den Rücken zu und sah
hinaus in das leere Nichts vor sich. Nichts als schwärzeste Dunkelheit, weit
und breit.


"Ich bleibe hier."


"Wieso hackst du dir den dämlichen Arm nicht einfach
ab?", kam es von hinter ihm.


Mit einem Grinsen ließ der Junge Soul Calibur erscheinen und
verlor keine Zeit damit, sofort auf seinen Arm einzuhacken.


Doch die Klinge erreichte sein Fleisch nicht. Eine
unsichtbare Wand schien sich zwischen beidem aufgebaut zu haben.


"Denkst du, ich hätte das nicht schon versucht? Lieber
ein Krüppel, als das."


Kopfschüttelnd trat Daniel auf ihn zu und legte ihm den Arm
auf die Schulter.


"Ich töte dich, wenn du... allzu sehr durchdrehst. Verstanden?
Ob du das verstanden hast, hab ich gefragt!"


"Du? Du willst mich töten? Beinahe war Cain zum Lachen
zumute, aber nur beinahe. "Also willst du dich mit mir anlegen?"


Als Antwort streckte ihm Daniel seinen Säbel entgegen.


"Hier und jetzt, wenn du willst. Willst du es drauf
ankommen lassen?"


Wider Erwarten ließ Cain seine Waffe verschwinden. Mürrisch
wandte er sich dem Ausgang zu und murmelte leise:


"Ich nehme dich beim Wort."


Also kam Cain doch mit, ging die letzten Schritte bis zu dem
Portal voraus.


Als die beiden ungleichen Cousins in das Licht traten, sagte
Daniel:


"Cain?"


"Was ist?"


"Zwischen uns... hat sich nichts geändert."


"... Schon klar."





Die anderen hatten sich bereits an dem Strand versammelt und
ließen sich die Sonne auf den Pelz brennen. Ein angenehm kühler Wind strich
ihnen über ihre Gesichter und das Rauschen der Wellen vertrieb die innere
Unruhe, die sie bis eben noch gespürt hatten. Die Palmwedel wiegten sich sanft
in der Brise und die Seemöven zeugten mit ihren Schreien davon, dass sie
endlich wieder in der Wirklichkeit waren.


Zelda saß am Ufer des kleinen Teichs, in den der Wasserfall
mündete und strich mit ihrer Hand durch das kühle Nass, sah lächelnd hinaus auf
das Meer und genoss augenscheinlich das Ende der Dunkelheit, während ihr Freund
Link den Blick auf die Bäume gerichtet hielt, deren Kronen die Felswände der
Insel schmückten, auf der sie gelandet waren.


In weiter Ferne konnten sie das Festland erkennen, welches
sich im Dunst der See verlor.


Cain sah sich nach seinen anderen Gefährten um. Kairi,
Donald, Goofy und Micky warteten am Strand, während Sakura, Naruto und Katara
zusammen mit dem Büffel im Sand saßen und ihre Füße ins Wasser hielten. Alles
war ein Bild des Friedens, einmal abgesehen von den schwarzen Wolken, die sich
jedoch immer rascher zurück zogen und den alten, strahlenden Himmel
wiederherstellten.


Die Welten hatten ihre Ordnung wieder. Und doch...


Wieso weinte Kairi dann?


"Wo wart ihr denn?", fragte Marcus und trat von
der Seite an Daniel und Cain heran, die sich verwundert umsahen, um die neuen
Eindrücke aufzunehmen. Cain jedoch beachtete seinen zweiten Cousin nicht und
trat zielsicher auf die Gruppe am Ufer zu.


"Hey, was ist los?", wollte er wissen, als er in
die Gesichter der Vier sah, die niedergeschlagener gar nicht hätten sein
können.


"Wo sind Sora und Riku?", schluchzte Kairi.
"Sie... hätten doch längst wieder hier sein müssen! Sie haben sich Xemnas
gestellt, wieso... wieso sind sie nicht da?"


Jetzt verstand Cain.


"Ja... sie... sie sitzen vermutlich noch... auf der
anderen Seite der Tür fest... oder vielleicht haben sie sich geopfert..."


"Hör auf!", rief Micky streng, als Kairi erneut
laut schluchzte. "Ich weigere mich, das zu glauben! Die beiden werden
sicher in das Reich des Lichts zurückkehren! Daran glaube ich ganz fest!"


"Euer Glaube in allen Ehren, Euer Majestät...",
murmelte Cain düster. "Aber sie bekämpften Xemnas im Kingdom Hearts,
seiner eigenen Kreation... Die Chance, dass sie da heil raus gekommen sind,
sind astronomisch gering..."


"He, seht mal! Da oben!", rief Sakura mit einem
Mal und deutete zum Himmel, woraufhin ihr alle Blicke folgten.


Zwei Helle Lichter waren in den Sturmwolken aufgetaucht und
wurden immer größer. Waren es... Sternschnuppen? Zwei leuchtende Kometen, die
ins Meer vor der Insel fielen?


Nein... Je genauer sie hinsahen, desto mehr erkannten sie,
dass es sich um Menschen handelte!


"Nun, ich kann mich ja auch irren." gab Cain zu
und gönnte sich ein Grinsen, als die beiden Lichter mit lautem Karacho in die
Fluten stürzten und zwei menschliche Köpfe daraus auftauchten:


Einer mit braunen, sehr spitzen Haaren und ein weißer
Haarschopf, der beinahe ebenso unordentlich wirkte wie der von Cain.


"Da sind sie!"





Es war Nacht in der Welt Radiant Garden und doch war die
Stadt, welche sich in einem blauen, öden Canyon befand hell erleuchtet und ein
farbenfrohes Feuerwerk malte wunderschöne Bilder in den Himmel hinein.


Hin und wieder hörte man den Knall der explodierenden
Feuerwerksraketen, wenn wieder einmal ein Sternschnuppenregen auf die Stadt
nieder ging.


Diese Welt, von den Herzlosen vernichtet, wurde langsam
wieder aufgebaut, in mühsamer Kleinarbeit. Doch heute wurde hier nur gefeiert!


Die Wesen der Welten, die von den Herzlosen angegriffen
worden waren, hatten heute zueinander gefunden, um die Befreiung ihrer Welten
gebührend zu feiern und um einen umfassenden Austausch zu betreiben.


Einer jedoch nahm an den Festivitäten nicht teil. Cain Soles
saß auf einer Zinne des höchsten Turmes und sah auf den zerstörten Teil der
Stadt herab. Gerüste und Berge von Reparaturmaterialien füllten diesen Teil
aus, welcher in der letzten Schlacht gegen die Herzlosen völlig verwüstet
worden war.


Cains Arm tat wieder weh und auch sonst hatte er eher wenig
Lust, dort unten so zu tun als habe er Spaß in der Menge. Er wollte hier oben
seine Ruhe und den kalten Wind im Gesicht spüren.


Hier oben fühlte er sich entspannt. Es war besser, als die
ganze Zeit Hände zu schütteln und zu lächeln, außerdem hatte er nachzudenken.
Über Daniel und Marcus und über so einige Dinge, die ins Rollen gebracht worden
waren.


Wenn alles so lief, wie er es sich vorstellte, so würde sich
bald einiges verändern.


"He, da bist du ja!", rief jemand hinter ihm. Er
erkannte den Jungen namens Sora, welcher gegen Xemnas angetreten war und
gewonnen hatte. Ihm folgten Link und König Micky. Sie alle gesellten sich zu
ihm und betrachteten den Sternenhimmel.


"Und? Zufrieden mit allem?", fragte der
Schlüsselschwertträger mit einem erleichterten Grinsen.


"Zufrieden mit was?", fragte Cain verwirrt.


"Na, du hast doch die Welten gerettet! Eine Armee
aufgebaut und die Herzlosen und Niemande zurückgehalten."


"Oh bitte... Die Welten habt ihr gerettet. Ich habe nur
die Truppen mobilisiert, Sora.", widersprach Cain kopfschüttelnd und
lächelte. "Aber schön, wenn das gewürdigt wird."


Mit einem leisen Seufzen stieg er von der Zinne, wandte sich
seinen drei Kollegen zu, die allesamt irgendwie besorgt wirkten. Daniel musste
es Marcus erzählt haben und der konnte ohnehin nichts für sich behalten.


"Leute, mir geht es gut! Ich werde so schnell schon
nicht durchdrehen, also kommt runter!", rief er und knurrte mürrisch.
"Abgesehen davon habe ich noch eine Menge vor."


"Ach, und was?" wollte Link wissen und war sehr
interessiert daran, was Cain mit dieser "Menge" meinte.


Doch dieser lächelte nur rätselhaft und schüttelte den Kopf.


"Das verrate ich noch nicht. Aber ihr werdet es schon
noch alle erfahren, das verspreche ich euch!"


Mit einem Zwinkern trat er an den dreien vorbei, zurück zum
Lift in das Innere des Schlosses.


Oh ja, er hatte wirklich noch eine Menge vor...





Das Abenteuer begann erst noch.



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