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Interview mit dem Soundtrackteam von Kingdom Hearts -HD 1.5 ReMIX-

Geschrieben am 24. März 2013 von Vernell

Vor einiger Zeit hat die Famitsu ein Interview mit den Köpfen hinter der Neuauflage des Soundtracks von Kingdom Hearts -HD 1.5 ReMIX- veröffentlicht. Unter den Leuten befand sich unter anderem Yoko Shimomura, die die Musik der Kingdom Hearts Serie komponiert. In diesem Interview erzählt das Team, wie die Arbeiten am Soundtrack abliefen und lässt uns einen kleinen Blick hinter die Kulissen werfen.

Interview mit dem Soundtrackteam von Kingdom Hearts -HD 1.5 ReMIX-: Warum wir die neu aufgenommene Musik lieben werden

Im folgenden Interview sprachen wir mit einigen der Leute, die hinter der Musik von Kingdom Hearts -HD 1.5 ReMIX- für die PS3 stecken: Komponistin Yoko Shimomura, Square Enix Synthesizer Operatoren Keiji Kawamori und Hirosato Noda, TaQ von ongaq, der für das Arrangement und die Aufnahme von Strings [Anmerkung: vibrierende Töne wie sie beispielsweise von Gitarren, Harfen oder Pianos erzeugt werden] verantwortlich ist, sowie Yusaku Tsuchiya von gaQdan, ongaqs‘ speziellem Aufnahmeorchester, das für die musikalische Performance verantwortlich ist. (18/3/2013)

Die Musik von Yoko Shimomura neu aufgenommen mit Liveinstrumenten!

Die drei Titel, die den ersten Abschnitt der Geschichte der Square Enix Serie Kingdom Hearts bilden, Kingdom Hearts Final Mix, Kingdom Hearts Re:Chain of Memories und Kingdom Hearts: 358/2 Days, wurden neu in HD aufgelegt und erscheinen zusammen als Kingdom Hearts -HD 1.5 ReMIX- für die Playstation 3. Um mit der HD-Grafik Schritt zu halten, wurden aber auch einige Musikstücke neu mit Liveinstrumenten aufgenommen.

Famitsu.com hat ein Interview mit der Komponistin Yoko Shimomura, Square Enix Synthesizer Operatoren Keiji Kawamori und Hirosato Noda, TaQ von ongaq, der für das Arrangement und die Aufnahme von Strings verantwortlich ist, sowie Yusaku Tsuchiya von gaQdan, ongaqs‘ speziellem Aufnahmeorchester, das für die musikalische Performance verantwortlich ist, geführt. Sie sprechen über Dinge, die während der Aufnahmen passiert sind und teilen uns ihre Gedanken zur Serie Kingdom Hearts mit.

Könnte uns ein jeder von Ihnen bitte erst einmal seine Rolle zum ReMIX erläutern?
Shimomura: Ich war verantwortlich für die Neuaufnahme der Stücke und leitete die musikalische Performance. Außerdem war es meine Aufgabe die Abmischung der Tracks zu überprüfen.
Kawamori: Ich habe die Neuaufnahmen der Stücke und ihre Abmischung geplant.
Noda: Ich war dafür zuständig … die Arbeitsmoral der Leute zu erhalten. (lacht) Ich weiß nicht so recht, wie ich die Details meiner Rolle beschreiben soll, da wir nun fertig sind … Meine Hauptaufgabe war es vorallem, die Stücke, die Frau Shimomura geschrieben und arrangiert hatte, in Notenblätter für die Liveinstrumente umzuwandeln und den Aufnahmeprozess zu überwachen.
Tsuchiya: Als der Leiter des Orchesters waren meine Aufgaben auf die musikalische Performance ausgerichtet.

Wir wissen, dass gaQdan ein spezielles Aufnahmeorchester ist. Aber was genau ist das?
TaQ: Mein Ziel mit gaQdan ist es, etwas Ähnliches anzubieten wie Netprint mit seinen Postkarten, allerdings als Orchesterservice. Die Spielekonsolen heutzutage haben eine große Leistungsfähigkeit, die es uns erlaubt Orchestermusik einzusetzen. Bei älteren Konsolen war die Anzahl der nutzbaren Sounds begrenzt. Was damals eingesetzt wurde, war die kristallisierte Bemühung der Komponisten, die ihren Einfallsreichtum mit der Begrenzung von 4- oder 16-Bit-Systemen ausleben mussten.

Verglichen mit der Musik eines Orchesters, gibt es erschreckend wenig Sounds, nicht wahr?
TaQ: Ja. Sehen Sie, bei einem Orchester gibt es insgesamt 40 Parts, Holzblasinstrumente, Blechblasinstrumente und so weiter, die alle gleichzeitig spielen. Bei Stücken, die für ein Orchester für alte Spiele geschrieben wurden, musste man die Anzahl der Töne erhöhen, gleichzeitig aber versuchen die Integrität des Stücks zu erhalten.

Als Laien können wir uns gar nicht vorstellen was Sie mit „die Anzahl der Töne erhöhen“ meinen.
TaQ: Ich bin mir sicher, dass es auch unter den Profis viele gibt, die nicht vertraut sind mit Orchesterfassungen und auch nicht wüssten, wo sie anfangen müssten. Deshalb möchte ich den Aufnahmeservice von gaQdan so gestalten, dass Leute ihn mit Leichtigkeit nutzen können, selbst wenn sie nicht über die komplizierten Kenntnisse verfügen. Es gibt diesen Dienst, der sich „Netprint“ nennt. Dort kann man selbstgezeichnete Bilder oder auch Fotos hinschicken und das Bild wird dann als Postkarte gedruckt, richtig? Die Idee hinter gaQdan ist demzufolge, dass, wenn Sie uns Musik schicken, auch wenn diese nicht für Orchester geschrieben wurde, wir sie mit einem Orchester für Sie aufnehmen. Ich denke, dass wir diese Idee mit Kingdom Hearts -HD 1.5 ReMIX- in die Realität gebracht haben.

Wie interessant. Könnten Sie uns nun bitte im Detail erzählen, wie Sie zur Neuaufnahme der Musik von KH -HD 1.5 ReMIX- kamen?
Kawamori: Etwa zwei Sekunden, nachdem ich gehört hatte, dass man sich dazu entschieden hatte, Kingdom Hearts -HD 1.5 ReMIX- zu machen, kam es mir in den Sinn, dass ich die Musik gerne in unserem derzeitigen Stil neu auflegen würde. Die alten Stücke, die mit dem eingebauten Tonprogramm gemacht wurden [Anmerkung: Für die Hintergrundmusik wurde ein Synthesizerprogramm verwendet, dass innerhalb der Perfomancemöglichkeiten der Konsolen lag.] hörten sich auch jetzt noch toll an – trotz der erschwerten Bedingungen, unter denen sie erstellt wurden. Ich hatte das Privileg mit Frau Shimomura zusammen an Kingdom Hearts -Birth by Sleep- zu arbeiten, welches über Audiostreaming verfügte. [Anmerkung: Neu aufgenommene Musik. Viele Töne können kopiert werden, ohne groß auf die Kapazität der Konsole achten zu müssen.] Ich dachte, dass wir von diesem Wissen für KH -HD 1.5 ReMIX- Gebrauch machen könnten und es so den Fans ermöglichen würden, die Musik noch einmal neu genießen zu können genauso wie die HD-Bilder.
Shimomura: Es begann alles mit Gesprächen, bei denen ich nicht dabei war. (lacht)
Kawamori: Das war, als ich die unvorbereitete Frau Shimomura zu einem Essen mit Meeting einlud um ihr zu eröffnen, dass wir die Musik neu auflegen würden.

Frau Shimomura, was dachten Sie, als Herr Kawamori das aussprach?
Shimomura: Ich sagte, wenn wir es machen, dann lasst mich tun, was in meinen Kräften steht, um mitzuhelfen. Und ich dachte: „Hm, dieses Essen ist teuer.“ (lacht)

(Lachen) Wie viele Stücke haben sie insgesamt neu aufgenommen für diesen Titel?
Kawamori: Theoretisch alles von Final Mix. Wir haben eine Auswahl an Tracks von Re:CoM und Days neu aufgenommen.
TaQ: Zuerst hörte ich von Herr Kawamori, dass insgesamt 66 Stücke neu aufgenommen werden sollten und obwohl ich schon bei dieser Zahl schnaufen musste, kamen stetig mehr hinzu. (lacht)
Shimomura: Sehen Sie, es waren mehr Stücke aus dem Final Mix, als ich dachte. Es gab Versionen des gleichen Tracks, die allerdings verschieden arrangiert waren oder bei denen das Intro geschnitten wurde.
Noda: Wir fingen damit an, die PS2 ROM zu durchforsten, nicht wahr?
Kawamori: Ja und waren ganz gestresst davon herauszufinden, welche Version in welcher Szene gespielt wurde.

Und warum wurde gaQdan mit der Aufnahme betraut?
Kawamori: Ich hatte zuvor Bekanntschaft mit TaQ gemacht und als es dazu kam, dass die Musik für Kingdom Hearts -HD 1.5 ReMIX- neu aufgenommen werden sollte, erinnerte ich mich daran, dass ich in der Famitsu ein Interview mit ihm über seine Arbeit an Crimson Shroud gelesen hatte … also erzählte ich ihm, dass es viele Stücke gäbe, die neu aufgenommen werden müssten und fragte ihn, wie er darüber denke.
TaQ: Ich sagte sofort, dass ich mitmachen würde, aber um ehrlich zu sein, dachte ich, dass es unmöglich sei 66 Tracks neu aufzunehmen. (lacht) Die Aufnahme fand in einer riesigen Halle in der Metropolitangegend von Tokyo statt. Wir begannen um den 22. September 2012 herum. Allerdings war die Halle damals für längere Zeit belegt, genau zu dem Zeitpunkt, als wir sie brauchten, deshalb mussten wir die Aufnahmen an einem Tag beenden. Wir mussten um 21:30 Uhr wieder draußen sein, doch als es bereits 19:30 Uhr war, hatten wir noch nicht einmal die Hälfte aufgenommen …
Shimomura: Das sagst du jetzt mit einem Lächeln, TaQ, aber an diesem Tag hast du mir wirklich Angst eingejagt. Dein Lächeln verschwand … (lacht)
TaQ: Die Mitglieder des Orchesters kamen aus der Puste und die Gespräche stoppten. (lacht)
Shimomura: Aber die Orchestermitglieder spielten leidenschaftlich.
Tsuchiya: Das ist das Schwierige an Aufnahmen mit einem Orchester. Alle Instrumente werden gleichzeitig an einem Stück aufgenommen, deshalb kann man später nicht ein einzelnes Instrument ersetzen oder hinzufügen. Es war anstrengend, dass die Mitglieder des Orchesters für 12 Stunden spielen mussten und das ohne Fehler. Aber da die Halle eine tolle Akustik besitzt und einige Mitglieder von gaQdan Fans der Serie sind und wirklich aufgeregt waren, als sie einige Stücke erkannten, spielten alle Orchestermitglieder mit großer Leidenschaft.
TaQ: Der Moment, als alle Musiker zu einer Einheit wurden um die letzten paar Tracks zu beenden … Ich denke, dass ich das nie vergessen werde, solange ich lebe.
Shimomura: Jede Minute war so kostbar, dass sogar niemand auf die Toilette ging.
TaQ: Als wir fertig waren, war ich so sehr von Emotionen erfüllt, dass ich sogar anfing zu applaudieren.
Shimomura: Ich fragte mich, ob die kurze Zeit sie stressen und so Einfluss auf ihre Performance haben würde und falls ja, ob ich ein paar Stücke streichen sollte, damit sie sich auf die wirklich wichtigen Tracks konzentrieren konnten … Doch dank ihres enormen Fokusses war es uns möglich, jedes von mir gewünschte Stück neu einzuspielen.

Noda, Kawamori, Shimomura wie war es der musikalischen Performance zuzuhören?
Noda: Ich war erstaunt darüber, was die Leute in so kurzer Zeit geleistet haben. Sie lieferten eine überzeugende und qualitativ hochwertige Performance ab.
Kawamori: Bei elektronischer Musik muss man feine Abstimmungen vornehmen, damit sich das Ganze anhört wie Livemusik, aber wir waren in der Lage unsere Musik so zu nutzen, wie sie war … Es machte unser Leben leichter. (lacht) Ich bin so dankbar dafür, dass sie die ganzen Stücke für uns gespielt haben.
Shimomura: Ich bin mir sicher, dass dass die Spieler in den vergangenen zehn Jahren eine starke Bindung zu den originalen Stücken geknüpft haben. Ich weiß, dass die alten Tracks durch das integrierte Tonprogramm eine eigene Charakteristik besitzen, aber ich würde jetzt nur ungern gesagt zu bekommen, dass die Musik durch die Liveinstrumente „besser klingt aber ihre Aussagekraft verloren hat“. gaQdan hat, ohne dass ich erst darauf bestehen musste, das Bild der original Stücke mit äußerster Vorsicht behandelt, darüber bin ich sehr froh.
Tsuchiya: Trotz des integrierten Tonprogramms waren die originalen Musikstücke so toll, deshalb war es für uns wichtig, dass die Tracks ihre Kraft behielten.
TaQ: In RPGs hört man wohl die Kampfmusik am meisten. Kampfthemes werden oft mit Staccato geschrieben und gespielt um die Spannung für den Spieler zu erhöhen, glaube ich. [Anmerkung: Noten werden kürzer gespielt, als sie normalerweise klingen würden.] Aber Orchesterinstrumente sind nicht dafür geschaffen, kraftvolle und laute Töne von selbst zu produzieren. Spielt man die Musik in diesem reinen und klassischen Stil, wird sie sich deshalb schön anhören, aber nicht dieses aggressive Feeling besitzen. Da ich persönlich mit elektronischer Musik angefangen habe, habe ich zusammen mit gaQdan herausgefunden, wie man dieses aggressive Gefühl auch mit Stringinstrumenten erzeugen kann. Es ist möglich etwas so zu spielen, dass es Farben in den Sound bringt und einem ein Gefühl von Schnelligkeit vermittelt … wir haben viel Erfahrung gesammelt, indem wir verschiedene Spielarten ausprobiert haben.
Tsuchiya: Ich bin froh darüber, dass wir in der Lage waren, die aus unserer Arbeit resultierenden Ergebnisse in diesen Titel anwenden zu können. Das in der Praxis anzuwenden bedeutet, dass wir unsere Art zu spielen auf den Song abgestimmt haben.
TaQ: Bei der Kampfmusik braucht man diese deutliche Nuance einer Rockgitarre, deshalb haben wir die Anzahl der Leute erhöht, die Instrumente mit mittleren und niedrigen Oktaven spielen können. Ein normales Orchester wird die meisten Leute in der ersten Violinensektion besitzen. Aber diesmal entschieden wir, dass wir die Anzahl der Violinisten nicht erhöhen müssen, da wir wussten, dass die Melodie hier von Flöten und Ähnlichem getragen werden wird.
Shimomura: Die Performance, die wir ablieferten, kann man perfekt als „Upgrade“ für uns alle bezeichnen. Selbst die Aufnahmemethode wurde verbessert.
TaQ: Wir begannen die Arbeit am Arrangement damit, die Tracks in verschiedene Gruppen einzuteilen, die den Musikern die gleichen Emotionen vermitteln würden. Wir hörten uns die fast 70 Stücke immer wieder an und sortierten sie in Gruppen von Tracks, die wir hintereinander spielen konnten. Mit der ganzen Musik, die gespielt werden musste, hatten wir keine Zeit für Pausen oder erneute Vorbereitungen zu verlieren, nachdem wir ein Stück beendet hatten und mit der nächsten Aufnahme beginnen konnten. Es gab Phasen, in denen wir 16 verschiedene Stücke hintereinander durchgespielt haben.
Tsuchiya: Es gab auch Phasen, in denen wir für 30 Minuten durchgespielt haben. Obwohl es um die 70 Tracks waren, war es in der Praxis so, dass wir fünf lange Stücke gespielt haben.

Vielen Dank für die Aufklärung. Die Musiker waren in der Lage ihre gute Stimmung zu behalten, während sie für über zehn Stunden spielten?
Shimomura: Wir erhielten viele Vorschläge, wie wir es anstellen könnten einen kompletten Tag lang aufzunehmen und gleichzeitig die Stimmung der Leute aufrecht zu erhalten.
TaQ: Wie Sie es vielleicht bereits wissen, erhielten wir nach all unseren Mühen großartige Musik. Man kann definitiv tolle Musik künstlich erzeugen. Wenn die Musiker jedoch ihre Gefühle in eine Performance legen, kann man sich sicher sein, dass ihre Musik den Menschen die Augen öffnen wird. Kingdom Hearts -HD 1.5 ReMIX- sieht wunderschön aus, wenn die Musik also in eine Szene einfließt, glaube ich, dass es das Herz des Spielers berühren wird.

Hatte Shimomura irgendwelche Wünsche für die musikalische Performance?
Tsuchiya: Frau Shimomura war quasi die Strenge und Leidenschaft des Basses. Sie wollte nicht die Leidenschaft, die die elektronische Musik besaß, verlieren.
Shimomura: Ich versuchte meine Vorstellungen durch Laute zu beschreiben. Beispielsweise „Mach, dass es wie ksssh ksssh klingt.“
Tsuchiya: Aber als Sie laut „kssh“sagten, hörten wir den Laut in der Halle wiederhallen und so verstanden wir, welchen Klang sie erwarteten.

Es ist also einfacher Dinge so zu vermitteln, als sie theoretisch zu erklären.
Shimomura: Ebenso, wenn ich Musik schreibe, stelle ich mir die Person vor, die das Instrument spielt. Als wir aufnahmen, machte ich Gesten, als würde ich selbst spielen. Wie „Ich möchte, dass diese Stelle sich so anfühlt, als wären die Leute so in der Musik drin sind, dass sie sich beim Musizieren nach Vorne beugen. Diese Art von Gefühl …“. Aber da ich etwas abseits von den Musikern stand, sagten sie mir nur: „Tut uns leid, wir können Sie nicht sehen!“ (lacht)

Wenn Sie komponieren, denken Sie also nicht nur an Töne sondern auch an Bilder.
Shimomura: Ich kann nicht Violine spielen, deshalb habe ich nur ein Bild davon im Kopf. (lacht) Es gibt Bilder von erstaunlichen Soli, die ich von den Leitern eines Konzerts gesehen habe, die in meinem Kopf festsitzen- diese Art von Bildern. Manchmal schreibe ich Stücke und hoffe, dass sie jemand so spielen wird.

Eine Frage für TaQ und Tsuchiya. Was finden Sie charakteristisch für Shimomuras Musik?
TaQ: Sie hat charakteristische Einteilungen. Beispielsweise 3-3-3-2 … und diesen Bass-String-Rhythmus. Wie duhkuh-dun, duhkuh-dun. Nachdem ich bei diesem Job meine ganze Zeit damit verbracht habe, die geschriebene Musik von Frau Shimomura zu analysieren, fühle ich mich, als ob es mir langsam möglich wäre, Shimomuras Melodien selbst zu schreiben. (lacht)
Tsuchiya: Der Bass-String-Rhythmus ist so ergreifend, dass er manchmal von allein in den Kopf kommt.
Shimomura: Damals war die Anzahl an verfügbaren Tönen begrenzt und es gab nur zwei Kanäle in denen man die Stringinstrumente darstellen konnte. Deshalb musste ich die Stellen, die ein Orchester mit erster und zweiter Violine, Bratsche, Cello und Kontrabass arrangieren würde, auf nur zwei Kanälen arrangieren. Ich tat mein Bestes, um etwas zu kreieren, dass sich vertraut anfühlt und dachte die ganze Zeit daran, wie ich die Streichinstrumente eigentlich zum Ausdruck bringen würde, wenn ich könnte. (lacht) Deshalb tat ich Dinge, wie zwei Tracks zu schreiben, die den gleichen einfachen Rhythmus hatten und ich denke, dass ich eine seltsame Art der Entwicklung an einigen Punkten erreichte.
TaQ: Ich glaube, dass es eigentlich mit Konzepten wie „das ist für ein Orchester“ und „das ist Kammermusik“ komponiert wurde. Bevor man damit beginnt, ein Stück für ein Spiel zu schreiben, hüpft normalerweise schon ein Bild des Sounds in deinem Kopf herum. Als ich die Notenblätter von Frau Shimomura erhielt, verbrachte ich einige Zeit damit, darüber nachzudenken, mit welchem Bild jedes Stück geschrieben wurde.
Shimomura: TaQ hat oft mit mir verglichen, um sicher zu gehen, dass wir beide die selbe gleiche Vorstellung hatten, aber jedes Mal fragte er mich: „Mein Arrangement ist richtig, oder?“.

Welches Stück war übrigens das schwierigste bei der Neuaufnahme?
Tsuchiya: Zuallererst muss ich sagen, dass sie generell schon schwierig waren. (lacht) Der Gumi-Jet-Song und … ja, dieser eine. Der, mit dem schwierigen Rhythmus der dan-da-dadada-dadadadadadadada …. geht. Ich wurde wahnsinnig, als ich das gespielt habe, aber der Name ist mir entfallen. (lacht)
Shimomura: Ich glaube, Sie meinen „Deep End“. Tut mir leid, dass ich den Rhythmus so schwierig zu spielen gemacht habe. (lacht)

Können Sie uns etwas von den Aufnahmen erzählen, das bei Ihnen bleibenden Eindruck hinterlassen hat?
Kawamori: Der Tag der Aufnahme. Es war ein wunderschöner Morgen. Aber als es Abend wurde, gerade als alle verzweifelt waren, weil wir nicht genug Zeit hatten, fing es draußen zu regnen an.

Es war, als wäre der Regen ein Symbol Ihrer Gefühle. (lacht)
Kawamori: Ich dachte, diese Stimmung und der Regen … und als wir fertig waren mit der Aufnahme, klarte es wieder auf. Ich war überrascht; es war wirklich so, als würde das Wetter unsere Situation wiedergeben.
Shimomura: Ich war überrascht, als ich feststellte, dass es geregnet haben musste, da ich sah, dass der Boden nass war.

Nach der Arbeit mit gaQdan, wie verlief das Abmischen?
Noda: Für mich verlief es reibungslos, weil ich die Stücke in einem gewissen Ausmaß schon abgemischt erhielt.
Shimomura: Ich habe dich während der Überprüfung der letzten Abmischung ständig gebeten noch eine Kleinigkeit zu ändern. Tut mir wirklich leid. (lacht)
Kawamori: So läuft es doch immer. (lach)
Shimomura: Ich denke immer, dass ich bei solchen Kleinigkeiten nichts sagen sollte, aber dann sage ich es trotzdem. Weil ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man es bereut, nicht nach der Korrektur einer Stelle gefragt zu haben. Denn wenn es dann der Welt zugänglich gemacht wurde, fühlt es sich an wie „Aww, ich wünschte, ich hätte wegen dieser einen Note gefragt.“.
Kawamori: An der Stelle, an der wir die Sounds zusammensetzen, ist der Track immer noch verschwommen in meinem Kopf. Doch dank Frau Shimomuras Anleitung fühle ich, wenn ich mir das Endprodukt anhöre, dass es wirklich zur Musik von Kingdom Hearts wurde, nicht wahr? Es fühlt sich an, als hätte es das Kingdom Hearts Gütesiegel erhalten.

Hat Ihnen das Hören der Musik von vor 10 Jahren Erinnerungen zurück gebracht?
Shimomura: Sind es wirklich schon 10 Jahre? Sind es wirklich immer noch nur 10 Jahre? Wenn ich mir die Musik anhöre, sind da so viele Erinnerungen … Wie „Es war so schwer für diesen Song ein okay zu bekommen.“ und so weiter. (lacht) Und manchmal hat sich seit damals mein Gefühl für einen Song verändert, beispielsweise „Das Stück ist noch cooler, als ich dachte!“. Es ist eine Mischung aus Nostalgie und neuen Entdeckungen. Obwohl es damals keine Pläne dafür gab, aus Kingdom Hearts eine Serie zu machen, haben wir es Dank der Unterstützung und Liebe von allen so weit geschafft. Es ist wundervoll, dass das Spiel von vor 10 Jahren eine Erneuerung erhielt und ich bin überglücklich, in diesen Prozess mit einbezogen worden zu sein.

Wenn ein Kingdom Hearts -HD 2.5 ReMIX- erscheinen würde, würden Sie die Musik auch neu aufnehmen?
Shimomura: Kingdom Hearts II hat auch das Tonprogramm benutzt. In der Kingdom Hearts Serie überlagern sich die Kampf- und Feldmusik, weshalb wir die Daten beider Stücke zusammenlegen musste, um so quasi die Erinnerung eines Tracks zu erhalten. Ich war so glücklich, dass wir dieses Mal die Musik live aufnehmen konnten … Falls KH -HD 2.5 ReMIX- erscheint, ist es für mich unmöglich die Musik des Tonprogramms so zu lassen, wie sie ist. (lacht) Ich könnte die Erwartungen aller niemals so betrügen. Dennoch sind es circa 100 Stücke …

Hört sich danach an, als würde diese Aufnahme noch schwieriger werden. (lacht)
Shimomura: In KH II habe ich die Streichinstrumente in vielen Stücken gezielter eingesetzt., beispielsweise wollte ich bei der Musik für den letzten Boss, dass die Violinen eine stete Atmosphäre erzeugen. Ich denke, das würde sich wunderschön mit Liveinstrumenten anhören.

Wir sind uns sicher, dass die Fans sehr glücklich darüber wären, die Musik von Kingdom Hearts II mit Liveinstrumenten zu hören. Würden Sie uns zum Abschluss bitte ein paar letzte Worte und eine Nachricht für die Leser geben?
Kawamori: Um mit gaQdan zu beginnen, so viele Leute waren in die Aufnahme für Kingdom Hearts -HD 1.5 ReMIX- mit eingebunden. Ich glaube, dass ihre Gefühle in der Musik, die sie so leidenschaftlich gespielt haben, wundervoll zum Ausdruck kommen. Bitte hört sie euch an.
Noda: Ich würde mich darüber freuen, wenn die Leute, die das Spiel spielen, die Unterschiede in der Musik, die sie in diesem Titel und in dem für die PS2 hören, vergleichen würden. Ich denke, dass der Sound jetzt sehr kraftvoll ist, bitte genießt ihn.
Tsuchiya: Direkt an KH -HD 1.5 ReMIX- war ich nur für die 12 Stunden beteiligt, die ich gespielt habe. Aber ich frage mich, ob es mir möglich war, das, was die Serie ausmacht, in diesen 12 Stunden erreicht zu haben. Ich hoffe, ihr genießt es.
TaQ: Dieser Job war eine Herausforderung für alle Mitglieder von gaQdan. Das erste Stück, bei so einer kurzen Aufnahmezeit … Wenn jemand gesagt hätte: „Wir können das nicht schaffen, oder?“, dann wären wir alle am Boden zerstört gewesen. Aber stattdessen haben alle ihr Denken darauf gerichtet, dass wir etwas Tolles schaffen wollen und so konnten wir diese Herausforderung mit Optimismus meistern. Ich werde den Tag der Aufnahme niemals vergessen. Dieser eine Tag war nur ein winziger Zeitabschnitt innerhalb der Produktion von KH -HD 1.5 ReMIX-, aber wir haben ihn mit weitaus mehr gefüllt, als an einem Tag geschafft werden kann, mit unserer ganzen Anstrengung. Deshalb wäre ich sehr glücklich, wenn jeder, der diesen Titel spielt, unsere Musik interessant finden würde.
Shimomura: So viel wurde schon gesagt … (lacht) Ich empfehle alle Stücke dieses Titels, aber darunter möchte ich einen besonders hervorheben, von dem ich mir wünsche, dass die Leute sich darauf freuen. Die Musik, die am Ende von Kingdom Hearts 358/2 Days einsetzt, „Vector to the Heavens“. Viele Leute sagten mir, dass sie diesen Titel lieben und er wurde ebenfalls neu aufgenommen. Am Anfang mit einer Performance des Pianisten Benyamin Nuss, es ist ein extrem toller Track und ich hoffe, dass alle es genießen werden, ihn zu hören.

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Quelle: KH13

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